Erstellt am 04. April 2014, 17:17

Verärgerter Trattnig verweigert Teilnahme an B-WM. Der österreichische Eishockey-Teamchef Manny Viveiros muss bei der B-WM in Südkorea Ende April auf einen weiteren Routinier verzichten.

Salzburg-Verteidiger Matthias Trattnig erklärte, dass er u.a. aus Ärger über die Vorfälle bei Olympia nicht dabei sein wird. Rekordspieler Gerhard Unterluggauer beendete indes seine Nationalteamkarriere. Thomas Pöck, Andre Lakos und Robert Lukas haben ihre Teamkarrieren bereits nach den Spielen in Sotschi beendet, letzterer wegen der Vorfälle beim Saisonhöhepunkt. In Sotschi hatten einige Spieler vor dem Qualifikationsmatch für das Viertelfinale (0:4 gegen Slowenien) bis spät in die Nacht gefeiert. Das und die Reaktion des Verbands darauf, der die Namen der betreffenden Spieler trotz Ankündigung nicht preisgegeben hat, haben bei Trattnig tiefe Spuren hinterlassen. "Mir hat Olympia den Spaß am Nationalteam genommen. Das ist einer der Gründe, warum ich heuer nicht für die B-WM zur Verfügung stehe", erklärte Trattnig.

Image ist zerstört

"Die Aktion ist nicht zu entschuldigen. Das hätte sofort aus dem Weg geräumt gehört. Fakt ist: Das Image ist für zehn Jahre zerstört. Es ist einfach schrecklich für das österreichische Eishockey", sagte der Verteidiger-Routinier, und legte schonungslos offen: "Es kann nicht sein, dass Spieler in zehn Tagen drei Mal einen Vollrausch haben. Am Ende spielen drei Betrunkene im Powerplay". Die drei NHL-Spieler Thomas Vanek, Michael Grabner und Michael Raffl haben sich am Tag nach der Niederlage gegen Slowenien als Nachtvögel geoutet und für ihr Verhalten entschuldigt. Mittlerweile hat auch Florian Iberer zugegeben, dabei gewesen zu sein, und sich dafür ebenfalls entschuldigt.

Torhüter Bernd Brückler, Teamkollege von Trattnig bei Meister Salzburg, stimmte in die Kritik ein. "Dass die Sache nicht aufgeklärt worden ist, passt genau ins Bild, das der Verband seit Jahren abgibt. Die Außendarstellung ist schlichtweg katastrophal", erklärte der Steirer.

Unterluggauer:  "20 Jahre sind genug"

Gerhard Unterluggauer ging auf die Gründe seines Rücktritts nicht weiter ein. "20 Jahre sind genug", erklärte der 244-fache Teamspieler, der bei Olympia in Sotschi seine letzten Teameinsätze absolviert hat. Bei seinem Stammclub VSV wird der Kapitän des Vizemeisters hingegen noch weitermachen.