Erstellt am 16. April 2014, 06:32

Verdächtige Rucksäcke in Boston gesprengt. Kurz nach der Gedenkfeier zum Jahrestag des Anschlags auf den Boston-Marathon haben zwei verdächtige Rucksäcke in der Stadt im Nordosten der USA für Unruhe gesorgt.

Hunderte Menschen wurden am Dienstagabend (Ortszeit) nach Polizeiangaben in Sicherheit gebracht, nachdem die Rucksäcke in der Nähe des damaligen Anschlagsorts entdeckt worden waren. Ein Verdächtiger sei in Gewahrsam genommen worden.

Die Rucksäcke seien "vorsorglich" gesprengt worden. Die verlassenen Taschen befanden sich nach Polizeiangaben nahe der Ziellinie des Marathons. Die Boylston-Straße, in der vor einem Jahr die beiden Bomben explodiert waren, wurde abgeriegelt. Der Verkehr auf einer U-Bahn-Linie wurde eingestellt. Nach Angaben eines Augenzeugen wurde ein schwarz gekleideter junger Mann mit einem Rucksack von der Polizei befragt. Dieser habe empört gerufen, er sei ein Student der Kunsthochschule der Stadt.

Die Stadt Boston hatte wenige Stunden zuvor mit einer bewegenden Zeremonie der Opfer und Überlebenden des Doppelanschlags auf den Marathon gedacht, bei dem vom 15. April 2013 drei Menschen getötet und 264 verletzt wurden. Mehrere der Verwundeten verloren Arme und Beine.

Die aus einer tschetschenischen Familie stammenden Brüder Tamerlan und Dzhokhar Tsarnayev (Zarnajew) zündeten damals im Abstand von wenigen Sekunden zwei Sprengsätze im Zielbereich des Marathons. Auf ihrer Flucht erschoss das Brüderpaar außerdem einen Polizisten.

Der 26-jährige Tamerlan Zarnajew wurde wenige Tage nach dem Anschlag bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei getötet, sein jüngerer Bruder Dzhokhar wurde schwer verletzt festgenommen. Der mittlerweile 20-Jährige sitzt im Bundesgefängnis Fort Devens in Massachusetts ein und wartet auf seinen Prozess, der am 3. November beginnen soll. Das US-Justizministerium strebt für ihn die Todesstrafe an. Die Ermittler glauben, dass das Brüderpaar von radikalislamischem Gedankengut beeinflusst gewesen war.

Beim diesjährigen Boston-Marathon am Ostermontag gelten verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. Für das traditionsreichen Rennen, das seit 1897 ausgetragen wird, haben sich 36.000 Läufer angemeldet. Das sind deutlich mehr als in den vergangenen Jahren, als im Schnitt 27.000 Sportler teilnahmen. Viele der Teilnehmer haben sich zu Ehren der Opfer des Anschlags angemeldet.