Erstellt am 08. Juni 2015, 15:46

Verdächtiger nach Bluttat in Wien in Düsseldorf festgenommen. Zweieinhalb Wochen nach der Bluttat in Wien-Donaustadt, bei der ein älteres Ehepaar erschlagen worden ist, wurde am Montag in Düsseldorf der Tatverdächtige geschnappt.

 |  NOEN, APA

Der 29-Jährige wurde gegen 11.00 Uhr am Hauptbahnhof von Zielfahndern des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen festgenommen, berichtete das Bundeskriminalamt in Wien.

Am Mittwoch hatte die Exekutive die Identifizierung des Verdächtigen bekannt gegeben und ein Foto des Mannes veröffentlicht. Die Zielfahndungseinheit im Bundeskriminalamt übernahm die internationale Fahndung, über das Europäische Zielfahndungsnetzwerk ENFAST wurden die Partner aktiviert, sechs internationale Zielfahndungseinheiten beteiligten sich.

Der Pole soll am 21. Mai das Ehepaar in der Böckingstraße im Donaustädter Bezirksteil Aspern getötet haben. Die Leichen wurden vom 54-jährigen Sohn entdeckt. Laut Obduktion starben beide durch massive Gewalteinwirkung durch Stiche und Schläge. Das Haus des Paares war teilweise durchwühlt worden. Der 29-Jährige war mit dem Auto der Toten, einem Opel Zafira, geflüchtet.

Drei Tage nach der Tat wurde der Wagen in Raasdorf (Bezirk Gänserndorf) sichergestellt. Dort hatte der 29-Jährige auch mit einer zuvor entwendeten Bankomatkarte der Getöteten bei einem Bankomat Geld behoben. Dabei wurde er von der Überwachungskamera gefilmt. Damit und mittels DNA-Spuren konnten die Ermittler den 29-Jährigen identifizieren.

Der 29-Jährige verwendete mehrere Mobiltelefone, darunter ein polnisches, das in Deutschland registriert wurde. Weiters war er unter falschen Namen auf Facebook tätig, blieb so mit seinen Freunden in Kontakt.

Die Zielfahnder aus Nordrhein-Westfalen nahmen den Polen heute gegen 11.00 Uhr am Hauptbahnhof in Düsseldorf fest. Der 29-Jährige stieg gerade aus einem Schnellzug. Die Ermittler hatten den Polen mittels Handyortung aufgespürt. Der Mann soll noch am Montag einem Gericht in Düsseldorf vorgeführt werden.

"Wieder einmal hat sich das Europäische Zielfahndungsnetzwerk ENFAST in einer vorzeigbaren Weise bewährt", sagte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP).

Der Festgenommene steht auch in Zusammenhang mit zumindest einer weiteren Bluttat in einem anderen Land unter Mordverdacht. In den Niederlanden ist er polizeibekannt, seine DNA befindet sich auch dort in der Datenbank.