Erstellt am 09. Februar 2015, 13:16

von APA/Red

Heftiges Winter-Intermezzo im Osten. Der Winter hat am Montag im Osten Österreichs ein heftiges, aber voraussichtlich kurzes Lebenszeichen gesetzt.

Vor allem in Niederösterreich gab es immer wieder Probleme auf den Straßen, in Wien bremste der Schnee auch den öffentlichen Verkehr und in Schwechat die Luftfahrt. Dank steigender Temperaturen und Regen sollte der weiße "Spuk" aber bald vorbei sein.

Spätestens Dienstagvormittag ist Schnee wieder weg

Bis Montagabend dürften im Wiener Stadtgebiet durchschnittlich fünf bis sieben Zentimeter Neuschnee zusammenkommen, im Wienerwaldgebiet bis zu zehn Zentimeter. "Es ist aber nur ein kurzes Intermezzo, heute Abend folgt in Wien schon der Regen", laut der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). In den Abendstunden sollten die Temperaturen bereits im Plusbereich liegen, für Dienstag wurden fünf bis sechs Grad prognostiziert.

"Spätestens Dienstagvormittag ist der Schnee wieder weg. Ab Mittwoch folgt landesweit Hochdruckeinfluss mit viel Sonne vor allem auf den Bergen und Nebel oder Hochnebel in den Niederungen, aber tagsüber durchwegs mit Plusgraden", so die Vorhersage.

1.300 Einsatzkräfte rückten mit 350 Fahrzeugen aus

Zunächst sorgte der Schnee aber seit der Früh für viel Arbeit: 1.300 Einsatzkräfte der MA 48 rückten mit 350 Fahrzeugen aus. Trotzdem kam es zu Verzögerungen bei Bussen und Straßenbahnen. "Wir haben die volle Schneealarmstufe ausgerufen", sagte ein Sprecher der Wiener Linien: "250 Leute sind im Einsatz." Auf der Wiener Außenringautobahn (A21) wurde für alle Lkw über 3,5 Tonnen ein Fahrverbot verhängt.

In den Mittagsstunden kam der Verkehr auf der Südosttangente (A23) immer wieder zum Erliegen. Vor allem die Auf- und Abfahrten der Wiener Stadtautobahn wurden abwechselnd gesperrt und vom Schnee befreit. In Richtung Süden wurde der Verkehr abschnittsweise komplett angehalten, um die Räumfahrzeuge durchzulassen, sagte Polizeisprecher Thomas Keiblinger. Zeitweise kein Weiterkommen gab es in erster Linie auf der Höhe des Gürtels. Kleiner war das Verkehrschaos laut Keiblinger in Fahrtrichtung Norden. Dort waren vorerst die Auf- und Abfahrten Landstraße, Prater und St. Marx betroffen.

In Niederösterreich war die Richtungsfahrbahn Salzburg der A1 (Westautobahn) bei Amstetten erneut blockiert, ein Schwerfahrzeug mit Anhänger hatte sich bei winterlichen Bedingungen quer gestellt. Erst am Sonntagnachmittag hatte sich etwa elf Kilometer weiter westlich eine Massenkarambolage mit 40 Kfz ereignet, während parallel dazu 26 Fahrzeuge auf der Richtungsfahrbahn Wien in einen Unfall verwickelt waren.

Verzögerungen auch am Flughafen Wien in Schwechat

Probleme gab es weiters u.a. auf der A22 im Raum Stockerau - Korneuburg. Unpassierbar war die B1 beim Riederberg im Wienerwald, die B7 zwischen Drasenhofen und Poysdorf aufgrund hängen gebliebener Schwerfahrzeuge erschwert befahrbar. Abschnittsweise musste man in ganz Niederösterreich mit Schneeverwehungen rechnen. In höheren bzw. alpinen Lagen galt Kettenpflicht für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen.

Auch auf dem Flughafen Wien in Schwechat kam es zu Verzögerungen. Probleme bei Starts und Landungen bereitete vor allem der starke Seitenwind. Nur die Piste 29 stand zur Verfügung. Verspätungen habe es auch deshalb gegeben, weil alle Maschinen zum Enteisen mussten, sagte ein Sprecher. Der Winterdienst stand im Dauereinsatz. An Passagiere erging seitens der Flughafen Wien AG die Aufforderung, sich vor Reiseantritt nach dem Status ihres jeweiligen Fluges zu erkundigen.

Lawinengefahr in Bundesländern erneut gestiegen

In mehreren Bundesländern ist unterdessen die Lawinengefahr noch einmal gestiegen. In Kärnten beispielsweise wurde sie verbreitet als "erheblich" eingestuft. In Höhenlagen ab 2.200 Meter herrschte teilweise sogar Warnstufe 4, ebenso in Niederösterreich und Tirol. Verantwortlich ist ein Mix aus Neuschnee und Sturm.

Könne jemand aufgrund von Schneechaos nicht pünktlich oder gar nicht zur Arbeit kommen, so liege ein sogenannter Dienstverhinderungsgrund vor, der das Zuspätkommen bzw. Fernbleiben rechtfertige. Das gelte jedoch nur, "wenn alles Zumutbare unternommen wurde", um trotzdem pünktlich bzw. überhaupt zu erscheinen, erinnerte die Arbeiterkammer NÖ. Arbeitnehmer seien etwa verpflichtet, früher aufbrechen, um trotz ungünstiger Verhältnisse (pünktlich) zur Arbeit zu erscheinen, hieß es in einer Aussendung. Ob eine Maßnahme zumutbar sei, werde im Einzelfall geprüft.