Erstellt am 22. August 2014, 09:44

Verpflichtende AHS-Zentralmatura ab 5. Mai 2015. Die erste verpflichtende Zentralmatura an den AHS steht von 5. bis 13. Mai 2015 auf dem Programm. Laut den auf der Homepage des Bildungsministeriums veröffentlichten Reifeprüfungsterminen macht dabei das Fach Deutsch den Auftakt, abgeschlossen wird die Zentralmatura mit Latein bzw. Griechisch.

Laut den auf der Homepage des Bildungsministeriums veröffentlichten Reifeprüfungsterminen macht dabei das Fach Deutsch den Auftakt, abgeschlossen wird die Zentralmatura mit Latein bzw. Griechisch. Die erste Reifeprüfung in den beiden Maturawochen wird am Montag, dem 4. Mai 2015, aber in Russisch abgehalten. An diesem Tag finden österreichweit alle Russisch-Klausuren statt - allerdings nur auf informeller Basis. Die Aufgaben in diesem Fach werden nicht wie in den anderen Gegenständen zentral vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) vorgegeben.

Die erste österreichweite Zentralmatura geht daher erst am Tag darauf in Deutsch über die Bühne. Am 6. Mai folgt dann Englisch, am 7. Spanisch und am 8. Französisch. Nach einem Wochenende Verschnaufpause wird die neue Reifeprüfung dann mit Mathematik (11.) und Italienisch (12.) fortgesetzt, bevor dann am letzten Tag die Fächer Latein bzw. Griechisch abgefragt werden. Etwaige Kompensationsprüfungen für negative Noten stehen am 1. und 2. Juni an.

Idente, zentral vorgegebene Aufgaben

Bei der Zentralmatura müssen alle Maturanten an den selben Tagen idente, zentral vorgegebene Aufgaben lösen. Korrigiert werden diese aber vom jeweiligen Klassenlehrer nach einem standardisierten Raster. An den AHS ist die Zentralmatura ab dem Schuljahr 2014/15 verpflichtend, an den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) erst ab 2015/16. Auf freiwilliger Basis kann sie heuer - wie bisher schon - aber auch an BHS komplett oder in einzelnen Fächern erprobt werden.

Die Schüler müssen dabei zwischen drei oder vier schriftlichen Prüfungen wählen. An den AHS sind Deutsch, Mathematik und eine lebende Fremdsprache Pflicht. Die vierte Klausur kann eine weitere Fremdsprache, Darstellende Geometrie, Physik, Musik, Sport, Biologie, Bildnerische Erziehung oder ein schulautonomer Gegenstand sein, wobei aber nur die Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Latein und Griechisch zentral vorgegeben werden. In allen anderen möglichen Fächern für die vierte Klausur erstellen die Klassenlehrer die Aufgaben. Abgehalten werden diese nicht zentral vorgegebenen Reifeprüfungen im Regelfall an jenen Tagen in den beiden Maturawochen, an denen an der jeweiligen Schule gerade kein Zentralmatura-Fach geprüft wird (weil etwa die betreffende Sprache gar nicht angeboten wird).

Negative schriftliche Klausurarbeiten müssen wiederholt werden

Neben der Zentralmatura besteht die neue "Standardisierte kompetenzorientierte Reife- und Diplomprüfung" aber noch aus zwei weiteren Säulen, die ebenfalls 2015 (AHS) bzw. 2016 (BHS) verpflichtend starten. Schon im Vorfeld muss an den AHS eine 40.000 bis 60.000 Zeichen lange "Vorwissenschaftliche Arbeit" (VWA) verfasst und vor einer Kommission präsentiert werden. Je nach Zahl der schriftlichen Klausuren müssen außerdem zwei bzw. drei mündliche Prüfungen abgelegt werden. Dafür stellen die Fachlehrer der Schule für jeden Gegenstand bereits im Herbst bis zu 24 Themen zusammen. Daraus zieht der Schüler bei der Matura dann zwei Themen und muss sich für eines entscheiden. Die konkrete Fragestellung dazu kommt vom jeweiligen Klassenlehrer.

Negative schriftliche Klausurarbeiten müssen grundsätzlich beim nächsten Maturatermin wiederholt werden. Allerdings haben die Schüler die Möglichkeit, sich die Note mit einer mündlichen rund 25-minütigen "Kompensationsprüfung" mit Aufgabenstellungen, die sich auf die negativ beurteilte Klausurarbeit beziehen, auszubessern. Die Aufgaben dafür werden extern gestellt. Negative VWA und mündliche Prüfungen müssen noch einmal absolviert werden.

An den BHS gelten etwas abweichende Regeln: So wird etwa im Vorfeld keine VWA verlangt, sondern eine von einem Team erstellte Diplomarbeit. Außerdem muss bei der schriftlichen Matura aus zum Teil anderen Fächern gewählt werden. Die jeweilige Fachklausur - an HAK etwa Betriebswirtschaft/Rechnungswesen - wird dabei außerdem nicht zentral erstellt.