Erstellt am 22. Juli 2016, 09:43

Schwere Unwetter über Teilen Österreichs. Schwere Unwetter haben am späten Donnerstagabend und in der Nacht in Teilen Österreichs zu schweren Schäden geführt.

Hagelkörner durschlugen dieses Dach  |  APA (BFK WAIDHOFEN A. D. THAYA)

Im weststeirischen St. Stefan ob Stainz brannte ein Wohnhaus nach einem Blitzeinschlag nieder. Über dem Bezirk Waidhofen an der Thaya in NÖ tobte ein Hagelgewitter und in Kärnten mussten 80 Personen wegen einer Mure aus ihren Häusern evakuiert werden.

Kurz vor Mitternacht schlug dann ein Blitz in St. Stefan in ein Wohnhaus ein. Die Feuerwehrleute mussten Leitungen zu einem halben Kilometer entfernten Hydranten sowie zu einem 700 Meter entfernten Teich legen. Nach rund drei Stunden gab es "Brand aus", das Gebäude wurde schwer beschädigt.

In Gratwein und Judendorf-Straßengel mussten die Feuerwehrleute ebenfalls gegen Mitternacht ausrücken und Wasser aus Kellern und Unterführungen pumpen. In der Früh wurden die Einsatzkräfte noch einmal gerufen, da ein vom Sturm beschädigter Baum drohte, auf ein Wohnhaus zu stürzen.

"Mit orkanartigen Windgeschwindigkeiten, schwerem Hagelschlag und enormen Regenmengen zog das Unwetter eine Spur der Verwüstung", berichtete die Freiwillige Feuerwehr in Waidhofen an der Thaya. 257 Feuerwehrleute standen bis in die Morgenstunden im Einsatz.

In Dobersberg standen Keller unter Wasser, Dächer wurden abgedeckt oder durch die taubeneigroßen Hagelkörner zerstört. In der Gemeinde Kautzen wurden zwei Hallen einer Textilfirma überflutet. In Karlstein wurden mehrere Bäume durch den Sturm entwurzelt, einer fiel auf ein geparktes Auto. Stellenweise lag eine bis zu 35 cm dicke Schicht aus Hagelkörnern.

In Schlader wurde ein Schwimmbecken komplett zerstört. Die Landesstraße 59 von Karlstein Richtung Waidhofen musste für den gesamten Verkehr gesperrt werden. Auch kam es vorübergehend zu Stromausfällen. Das wahre Ausmaß der Verwüstungen werde sich jedoch erst im Laufe des Freitages zeigen, insbesondere seien auch Schäden in der Landwirtschaft zu erwarten.

In Irschen im Bezirk Spital/Drau verursachte der Starkregen eine Hangrutschung. Es kam zu Verklausungen des Bachbettes und zu einer Vermurung des Ortsteils Glanz. Rund 80 Personen mussten aus ihren Häusern evakuiert werden. Verletzte sind keine zu beklagen, die Schadenshöhe ist noch nicht bekannt.

In Oberdrauburg wurde nach Angaben der Landespolizeidirektion Kärnten die Drautalstraße B100 durch eine Mure verlegt. Bis zur Beseitigung er Geröllmassen durch die Freiwillige Feuerwehr blieb die Straße gesperrt.