Erstellt am 22. Februar 2016, 19:04

Vettel mit Bestzeit bei ersten Testfahrten. Sebastian Vettel hat sich die erste Tagesbestzeit bei den Formel-1-Testfahrten in Barcelona gesichert. Der Ferrari-Star war am Montag auf dem Circuit de Catalunya fast eine halbe Sekunde schneller als Weltmeister Lewis Hamilton.

 |  NOEN, APA (AFP)

Der britische Mercedes-Fahrer drehte auf dem 4,655 Kilometer langen Kurs mit 156 Umläufen aber so viele Runden wie kein anderer Pilot.

Damit legte Hamilton mehr als zwei komplette Grand-Prix-Distanzen zurück. Fast schon traumwandlerisch sicher spulte der Titelverteidiger sein Programm ab. Die pure Motorstärke stand noch nicht im Fokus, dafür ist die Zuverlässigkeit schon beachtlich.

Vettel kam auf 69 Umläufe und konnte damit die Frequenz von Hamilton 27 Tage vor der am 20. März in Melbourne beginnenden Grand-Prix-Saison nicht mitgehen. Dafür war der Deutsche schon zur Tageshalbzeit fast eine halbe Sekunde schneller als der Brite. Mit seinem vielversprechenden Auftakt sendete Vettel ein Signal an Mercedes, dass die erste Fahrer-WM für die Scuderia seit 2007 in diesem Jahr endlich Wirklichkeit werden soll.

Nach zwei dominierenden Jahren will Mercedes allerdings seinen Status als Nummer eins der Branche verteidigen. "Wir vertrauen unseren Leuten, aber wir haben stets einen 'Das Glas ist halb leer'-Ansatz", erklärte Motorsportchef Toto Wolff. "Wir bleiben bescheiden, mit beiden Füßen auf dem Boden, und geben alles."

Einbremsen will Wolff seine Piloten Hamilton und Nico Rosberg auch künftig nicht. "Das haben wir in den vergangenen beiden Jahren so praktiziert und das werden wir in diesem Jahr so fortsetzen. Beide Fahrer sind Profis", versicherte Wolff. Mit zwei konkurrenzfähigen Fahrern im selben Team werde es aber "niemals einfach".

Rosbergs drei Siege zum Saisonende 2015 machen Hamilton nach eigener Aussage "nicht besonders nervös". Es sei eher Motivation. "Es hat dafür gesorgt, dass ich dachte: 'Okay, im nächsten Jahr wird Nico super schnell und super stark sein. Also muss ich sicherstellen, dass ich die Messlatte weiter anhebe.'"

Rosberg will seinen Trend in der am 20. März in Melbourne beginnenden Grand-Prix-Saison fortsetzen. "Ich habe gezeigt, dass ich kämpfen kann, und ich habe gezeigt, dass ich zurückschlagen kann. Ich bin vollkonzentriert und fest entschlossen, dass dies mein Jahr werden kann", erklärte er. Die Rennställe testen in einer ersten Phase insgesamt vier Tage in Katalonien.

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone gab indes an, dass die Königsklasse des Motorsports einen eventuellen EU-Austritt Großbritanniens nicht spüren würde. Acht der elf Formel-1-Teams haben in England Fabriken. "EU ja oder nein, das macht für meine Geschäfte keinen Unterschied", sagte der "Zampano" in Bezug auf die "Brexit"-Diskussionen. "Ich weiß, was wir der EU geben. Aber ich weiß nicht, was sie uns zurückgibt."

Der 85-Jährige machte zudem aus der Verehrung für den russischen Präsidenten Wladimir Putin kein Hehl. "Er sollte Europa regieren", erklärte Ecclestone. "Er würde mit dem, was in Syrien vor sich geht, ein Ende machen. Das Gute ist, dass er macht, was er für richtig hält und auch dazu steht."