Erstellt am 17. November 2014, 13:11

Vienna Art Week setzt auf "Running Minds". Die Vienna Art Week feiert Jubiläum und startet am Montag mit einem dichten Reigen an Veranstaltungen und Eröffnungen in ihre zehnte Auflage.

Wurden im Vorjahr 35.000 Besucher bei 180 Events gezählt, sind es heuer über 200 Programmpunkte, die bis Sonntag angeboten werden.

Der veranstaltende "Art Cluster Vienna", zu dem sich vor zehn Jahren elf Kunstinstitutionen Wiens zusammengeschlossen haben, zählt heute 26 Mitglieder, darunter die großen Museen und Kunsthäuser, aber auch die großen Ausbildungsstätten der Kunst-Szene. Ursprünglich als exklusiver Kunst-Event konzipiert - laut Veranstaltern hatte man im ersten Jahr nur 400 Besucher bei 80 Programmpunkten - präsentiert sich die Vienna Art Week heute als breit aufgestellter Kunst-Marathon, der auch von über 70 Programmpartnern als Plattform genutzt wird.

Teilnehmende Institutionen haben alle Freiheiten

Mit "Running Minds" als Hommage an die rastlose Gedankenleistung kreativer Köpfe gibt es auch heuer wieder zwar ein "Meta-Thema", dennoch lässt man den teilnehmenden Institutionen alle Freiheiten: "Wir sind nicht die Oberlehrer. Jeder präsentiert das, was er möchte. Es ist frei, ohne Vorgaben, das macht es auch einmalig", betonte Dorotheum-Geschäftsführer Martin Böhm, Präsident des "Art Cluster Vienna" am Vormittag. Er zeigte sich "stolz, dass wir zu einem fixen Teil des Programmkalenders der Stadt geworden sind".

Eva Blimlinger, Rektorin der Akademie der bildenden Künste Wien, brachte eine nicht abgesprochene Idee als Geburtstags-Überraschung zur Jubiläums-Pressekonferenz - nämlich die Anregung an die Stadt Wien, Bildende Kunst aus den Wiener Festwochen aus- und mit der Vienna Art Week zusammenzukoppeln: "Konstruktionen jeder Art wären da möglich." So könnten sich die Festwochen im Frühjahr auf Theater, Oper und Musik konzentrieren und im Herbst gemeinsam mit der Vienna Art Week ein Kunst-Programm gestalten.

"Vermittlung und Vernetzung"

Agnes Husslein-Arco, Direktorin von Belvedere und 21er Haus, hielt das spontan für "eine tolle, großartige Idee, der ich mich gleich anschließe". In der Musikstadt Wien bedürfe bildende Kunst nach wie vor "Vermittlung und Vernetzung", sowie Bündelung, die durch gemeinsam Ressourceneinsatz mit den Festwochen erreicht werden könnte.

Auch Martin Böhm hält dies "sicher für eine interessante Überlegung", schließlich sei die Idee der Vienna Art Week "tatsächlich etwas von den Wiener Festwochen beeinflusst", in deren Programm die Kunst früher eine größere Rolle gespielt habe. Etwas mehr öffentliche Unterstützung sei jedenfalls hoch willkommen, denn "unser gesamtes Budget macht 1 Prozent der Wiener Festwochen aus" (die Festwochen budgetieren mit 14,5 Mio. Euro, Anm.), alleine das Art Week Magazin in einer größeren Auflage drucken und weltweit verschicken zu können "wäre natürlich fantastisch und brächte eine ganz andere Sichtbarkeit".

Robert Punkenhofer, der künstlerische Leiter der Vienna Art Week, ist "voll beim Geburtstagswunsch von Frau Blimlinger - und Weihnachten kommt auch noch". Er hatte auch einen Wunsch, der gar nichts kosten würde: Eine bessere Koordinierung von Ausstellungseröffnungen könnte ein noch geballteres Kunstprogramm in dieser Woche sichern. Doch auch so wird es sicher niemand geben, der in dieser Woche alles sehen kann. So werden u.a. 50 spezielle Führungen und 50 Diskussionen angeboten, darunter am 21. November eine "Elefantenrunde" zum Thema "Kunststandort Wien. Perspektiven und Chancen". Das dürfte auch jene zehn internationalen Kuratoren interessieren, die extra zur Vienna Art Week eingeladen wurden. Punkenhofer: "Damit wollen wir den internationalen Austausch stärken."