Erstellt am 06. September 2016, 11:48

von APA Red

Einbruchserie in fünf Bundesländern geklärt. Niederösterreichische Kriminalisten haben eine Serie von Einbrüchen und Diebstählen in fünf Bundesländern geklärt. Der Gesamtschaden von etwa 1,5 Millionen Euro entfällt zum Großteil auf 68 gestohlene Autos.

Verdächtige von vier verschiedenen Tätergruppen seien der Justiz übergeben worden, teilte Landespolizeidirektor Franz Prucher am Dienstag in einer Pressekonferenz in St. Pölten mit. Einer polnischen Bande werden den Kriminalisten zufolge 58 Pkw-Diebstähle in Wien und zehn in Niederösterreich von Jänner 2014 bis März 2016 angelastet.

Der dabei entstandene Schaden betrug laut Chefinspektor Gerhard Walli vom Landeskriminalamt NÖ 1,2 Millionen Euro (Zeitwert der Kfz). Die "Bestellungen" der Autos der Marken Toyota und Ford waren aus Polen erfolgt.

Zwei Männer (46 und 47) wurden in Wien festgenommen und in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert. Der zu allen Fakten geständige 47-Jährige war in seiner Heimat bereits seit 2011 wegen mehrfacher Einbruchsdiebstähle gesucht.

Eine rumänische Tätergruppe zeichnete laut den Ermittlern für 48 Einbrüche in Niederösterreich, Wien und im Burgenland von August bis November 2015 verantwortlich.

Der Schaden wurde mit 160.000 Euro beziffert. Tatorte - 38 in NÖ, neun in Wien, ein Fall im Burgenland - waren u.a. Trafiken, Lokale und Kfz-Werkstätten sowie Institutionen wie die AK oder das AMS.

Ein 31 Jahre alter Rumäne, der als Hauptbeschuldigter gilt, verbüßt den Kriminalisten zufolge derzeit noch in seiner Heimat eine Haftstrafe wegen mehrerer Gewaltdelikte. Gegen seinen Bruder (28) und dessen Freundin (22) bestehen Haftbefehle. Ein weiterer Komplize (50) wurde laut Johann Götz vom Landeskriminalamt NÖ bereits zu vier Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Zwölf Wohnhauseinbrüche in Niederösterreich, im Burgenland, in der Steiermark und in Kärnten in diesem Jahr sollen auf das Konto einer mehrköpfigen rumänischen Bande gehen. Gestohlen wurden vorwiegend Bargeld und Schmuck. Der angerichtete Gesamtschaden betrug etwa 100.000 Euro. Vier Beschuldigte sind in Wiener Neustadt in Haft, zwei weitere noch flüchtig.

Als jüngsten Erfolg meldeten die niederösterreichischen Kriminalisten am Dienstag die Klärung von sieben Einbrüchen in Filialen einer Handelskette für Büroartikel (Pagro). Tatorte befanden sich in Niederösterreich und in der Steiermark.

Am Sonntag in den frühen Morgenstunden wurde nach einem Coup in Waidhofen a.d. Thaya ein 36 Jahre alter bosnisch-mazedonischer Doppelstaatsbürger in Gmünd festgenommen.

Die versuchte Flucht des Mannes mit einem Mietwagen vor der Polizei hatte auf einer Böschung geendet. Beute (Mobiltelefone und Tablets) wurde ebenso wie Einbruchswerkzeug und Maskierung in dem Auto sichergestellt. Der 36-Jährige wurde in die Justizanstalt Krems überstellt.

Die Ermittlungen hinsichtlich dieser Einbrüche dauern noch an. Chefinspektor Walli sprach am Dienstag von einer vorläufigen Schadenssumme von 25.000 Euro.

Der Landespolizeidirektor nützte die Pressekonferenz auch zur Feststellung, dass im laufenden Jahr bereits etwa 2.000 Straftaten mehr als im Vergleichszeitraum 2015 geklärt worden seien. Die Aufklärungsquote in Niederösterreich sei auf aktuell 46 Prozent gesteigert worden. "Wir sind sehr gut unterwegs", resümierte Prucher.