Erstellt am 07. Juni 2014, 11:39

Volksbanken offenbar vor größeren Kapitalproblemen. Von einem neuen Problem im Bankensektor berichtet die "Wiener Zeitung" mit Verweis auf warnende Hinweise der EU-Kommission.

Demnach droht dem Volksbanken-Sektor 2015 eine Kapital-Lücke. Die Volksbanken unterliegen dem Stresstest der Europäischen Zentralbank sowie der Prüfung der Vermögenswerte. Da könnte sich ein zusätzlicher Abwertungsbedarf ergeben, heißt es aus europäischen Aufsichtskreisen. Heimische Behörden haben die Volksbanken mit 13,6 Prozent Mindestkapital belegt, deutlich mehr als die gesetzlich vorgeschriebenen 8 Prozent. Sowohl in Frankfurt als auch in Brüssel sei zu hören, dass Österreich das daraus resultierende Volksbanken-Problem unterschätze.

Derzeit komme der Volksbanken-Sektor, der von den Aufsichtsbehörden nur noch als Einheit betrachtet wird, auf 14,6 Prozent Eigenkapital - die vorgeschriebene Quote wird also übererfüllt. Das werde sich aber 2015 massiv nach unten verändern. Der heurige Verlust der ÖVAG werde auf 150 bis 200 Millionen Euro geschätzt, die einzelnen Volksbanken verdienen in etwa gleich viel. Auch der bis 2015 versprochene Verkauf der Banktochter in Rumänien beinhalte noch etliche Risiken für die Bilanz.

Laut "Wiener Zeitung" gibt es bei den Volksbanken ein Notfall-Programm, das die ÖVAG an die Seite der Hypo Alpe Adria stellen würde: eine Abbaubank, die dann unter staatlicher Kontrolle abgewickelt würde. Für den Steuerzahler wäre dies eine herbe Sache, denn bis zur Abwicklung wären dann weitere Staatshilfen notwendig. Auf diesem Weg würden aber auch einige Volksbanken auf der Strecke bleiben. Und die verbleibenden Volksbanken müssten sich dann ein neues Spitzen-Institut suchen, etwa die RZB oder die Erste, so der Bericht.