Erstellt am 19. September 2014, 11:35

Vorarlberg: Wallner vor Wahl "recht zuversichtlich". Landeshauptmann und ÖVP-Chef Markus Wallner hat sich am Freitagvormittag - 40 Stunden vor Beginn der Landtagswahl - "eigentlich recht zuversichtlich" gegeben.

Die ÖVP habe im zu Ende gehenden Wahlkampf so viele direkte Bürgerkontakte "wie noch nie" gehabt und die Zielmarke von 70.000 übertroffen. Angesichts von 20 Prozent an noch unentschlossenen Wählern werde weiter um jede Stimme gekämpft.

In einer Wahlkampfbilanz zeigte sich der Landeshauptmann nicht nur mit den Bürgerkontakten - Wallner absolvierte über 300 Termine und besuchte alle 96 Vorarlberger Gemeinden - zufrieden, sondern auch mit der Sachlichkeit, mit der der Wahlkampf von allen Parteien betrieben worden sei. "Der Wahlkampf ist sehr fair verlaufen, einige meinen: langweilig. Das ist aber ein Medienproblem, für das Land ist das positiv", sagte Wallner. Gespräche mit den anderen Parteien würden zügig nach der Wahl aufgenommen.

"Saubere Arbeitsbilanz"

Als Regierungspartei habe man versucht, den Bürgern die "saubere Arbeitsbilanz" der vergangenen Jahre zu präsentieren und auf die anstehenden Schwerpunkte - Arbeit, Bildung, Infrastruktur - aufmerksam zu machen. "Wir sind an der Spitze der Regionen Europas, aber die Herausforderungen werden nicht kleiner", so der Landeshauptmann. Der Wechsel an der Spitze der Bundespartei habe während des Wahlkampfs dazu geführt, "dass der scharfe Gegenwind aus Wien nachgelassen hat". Die Vorarlberger Bürger hätten durchaus wohlwollend registriert, dass es einen neuen Finanzminister mit Vorarlberger Wurzeln gebe.

Zuversicht auch bei FPÖ

Zuversichtlich gaben sich auch die Vorarlberger Freiheitlichen. Trotz der erschwerten Bedingungen durch den erstmaligen Antritt der NEOS ging Spitzenkandidat Dieter Egger bei seiner Abschlusspressekonferenz Freitagvormittag von einem Plus aus. Wie hoch dieses angesichts des hohen Ausgangsniveaus von 25 Prozent ausfallen könnte, wollte er nicht einschätzen. Angekommen sei die bewusst positiv angelegte Wahlkampagne jedenfalls gut, meint Egger. Noch nie habe man so viele Bürgerkontakte gehabt wie in diesem Wahlkampf. Er ist sehr zuversichtlich, dass dieser freiheitliche Zugang am Sonntag entsprechend honoriert werde.

Einmal mehr warnte Egger am Freitag die ÖVP davor, die Grünen statt seiner Partei in eine Regierung aufzunehmen, sollte - wie von der FPÖ als Wahlziel ausgegeben - die absolute Mehrheit der Volkspartei fallen. Neben Bedenken bezüglich der Realisierung von Tourismus- und Verkehrsprojekten müsse sich die Landeshauptmann-Partei auch fragen, ob sie es mit ihrem christlichen Weltbild vereinbaren könne, mit einer Partei zusammenzugehen, die Abtreibungen an öffentlichen Krankenhäusern gestatten wolle. Klar ist, die FPÖ stünde für die ÖVP bereit, auch wenn nicht um jeden Preis, wie Egger versicherte.