Erstellt am 04. November 2014, 11:21

Wachstum für Eurozone 2015 auf 1,1 Prozent gesenkt. Die EU-Kommission senkt ihre Erwartungen an die wirtschaftliche Lage in Europa 2015. Laut EU-Herbstprognose werden für die Eurozone nun kommendes Jahr nur mehr 1,1 Prozent Wachstum erwartet - nach einer Prognose von 1,7 Prozent im Frühjahr.

Für die gesamte EU sind es nun 1,5 Prozent. Österreichs Wirtschaft soll 2015 um nur noch 1,2 Prozent wachsen. Für heuer spricht die Herbstprognose von einer "langsamen Rückkehr zu einem bescheidenen Wirtschaftswachstum". In Summe werden für die Eurozone heuer ein Wachstum von 0,8 Prozent prognostiziert, für die gesamte EU sind es 1,3 Prozent. Im Frühjahr war die Kommission noch von 1,2 Prozent für die Eurozone und von 1,6 Prozent EU-weit ausgegangen.

In Österreich liegt man mit 0,7 Prozent besonders stark unter den Erwartungen, war die Kommission im Frühjahr doch noch von einem Plus von 1,6 Prozent ausgegangen. Positiver fällt da laut Herbstprognose der Blick auf 2016 aus. Die Eurozone soll dann 1,7 Prozent Wirtschaftswachstum aufweisen, die EU auf 2 Prozent steigen. Österreich kann mit einem Plus von 1,5 Prozent rechnen.

Budgetdefizit höher als angenommen

Österreichs Budgetdefizit wird laut Vorhersage im laufenden Jahr mit 2,9 Prozent etwas höher ausfallen als noch im Frühjahr angenommen. Für 2015 werden 1,8 Prozent erwartet, im Jahr darauf soll das Defizit auf 1,1 Prozent sinken.

Mit 87 Prozent des Bruttoinlandsprodukts wird Österreich heuer die bisher höchste Staatsschuld vorausgesagt. Allerdings soll es in den nächsten Jahren etwas besser werden.

Für das laufende Jahr weist Österreich in der EU-Herbstprognose mit 1,5 Prozent gemeinsam mit Großbritannien die höchste Teuerungsrate auf. Der EU-Durchschnitt liegt bei 0,6 Prozent, die Eurozone wird mit 0,5 Prozent ausgewiesen. 2015 soll die Inflation in der Eurozone auf 0,8 Prozent steigen, in der EU auf 1 Prozent.

Teuerung steigt weiter an

Österreichs Teuerung steigt im kommenden Jahr demnach auf 1,7 Prozent an. Für 2016 ist ein weiterer Anstieg der Inflation prognostiziert. Die Währungsunion soll dann bei 1,5 Prozent liegen, die EU bei 1,6 Prozent und Österreich bei 1,8 Prozent.

Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone und der EU geht gegenüber den Frühjahrsdaten für das laufende Jahr zurück. In Österreich allerdings wird eine deutliche Steigerung von 4,8 Prozent in der Frühjahrsvorausschau gegenüber nunmehr erwarteten 5,3 Prozent ausgewiesen. Die Eurozone kann mit 11,6 statt ursprünglich 11,8 Prozent rechnen, die EU mit 10,5 statt 10,3 Prozent.

Für 2015 sagt die Prognose für Österreich sogar eine weitere Steigerung auf 5,4 Prozent voraus, ehe 2016 ein Sinken auf 5,0 Prozent zu erwarten ist. Die Entwicklung führte zuletzt auch dazu, dass Österreich seinen Spitzenplatz mit der niedrigsten Arbeitslosenquote an Deutschland abgeben musste, das für 2014 nun mit 5,1 Prozent rechnen kann, was keine Veränderung gegenüber dem Frühjahrswert darstellt.