Erstellt am 18. August 2014, 22:48

von APA/Red

Waffenruhe im Gazastreifen verlängert. Israel und die Palästinenser haben sich nach palästinensischen Angaben auf eine Verlängerung der Waffenruhe im Gazastreifen geeinigt.

Wie ein hochrangiger Vertreter der Palästinenser am Montagabend sagte, stimmten kurz vor Ablauf der aktuellen Kampfpause um Mitternacht (Ortszeit, 23.00 Uhr MESZ) beide Seiten einer Verlängerung um weitere 24 Stunden zu.

Auch Israel hat die Verlängerung der Feuerpause um vorerst 24 Stunden bestätigt, berichteten israelische Medien am Montagabend. Mit dieser Einigung soll eine Fortsetzung der Verhandlungen in Kairo über eine dauerhafte Waffenruhe ermöglicht werden. Bei den indirekten Verhandlungen in Kairo konnten sich die israelischen und palästinensischen Unterhändler bisher nicht auf eine dauerhafte Waffenruhe einigen.

Israel besteht auf strenge Einfuhrkontrollen

Israel beharrte weiter auf einer Entwaffnung der Palästinensergruppen als Vorbedingung für eine weitgehende Lockerung der Blockade des Küstengebiets. Ein ägyptischer Kompromissvorschlag sieht ein zweistufiges Vorgehen vor. Nach einer teilweisen Aufhebung der Restriktionen für Güter- und Personenverkehr soll demnach in einem Monat über die strittigeren Punkte verhandelt werden.

Die israelische Nachrichtenseite "ynet" schrieb, Israel bestehe unter anderem auf strengen Einfuhrkontrollen in den Gazastreifen, die eine Wiederbewaffnung der militanten Palästinenserorganisationen verhindern solle. Hamas lehne dies ab und fordere weiter eine Aufhebung der Blockade des Gazastreifens sowie die Einrichtung eines Seehafens.

Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas wollte zu dringenden Gesprächen mit dem Hamas-Exilchef Khaled Mashaal nach Katar reisen, berichteten palästinensische Medien am Montag. Am Wochenende wollte er dann nach Kairo fahren.

Justizministerin für langfristige Entmilitarisierung

Die israelische Chefunterhändlerin Zipi Livni forderte eine "neue Ordnung" im Gazastreifen nach dem Krieg. Die dort seit 2007 herrschende Hamas müsse "einen Schlag erleiden, militärisch und politisch", sagte sie dem israelischen Rundfunk. Die Justizministerin sprach sich für eine langfristige Entmilitarisierung der Küstenenklave am Mittelmeer aus. Die Hamas und andere militante Organisationen lehnen dies ab. Livni erklärte, die palästinensische Autonomiebehörde müsse im Gazastreifen wieder die Kontrolle übernehmen.

Ägypten und Norwegen wollen gemeinsam in Kairo eine Konferenz über den Wiederaufbau des Gazastreifens ausrichten. Die Einladungen zu dem Treffen sollten ausgesprochen werden, wenn bei den Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern eine langfristige Waffenruhe erzielt worden sei, teilte das ägyptische Außenministerium mit.