Erstellt am 24. April 2016, 21:18

von APA/Red

Wahl-Beteiligung hat sich erholt. Die Wahlbeteiligung bei der Bundespräsidentenwahl hat sich, wie erwartet, deutlich erholt. Nach dem absoluten Tiefstand 2010 von nur 53,57 Prozent kletterte sie am Sonntag zunächst auf noch knapp unter 60 Prozent. Mit der Briefwahlauszählung dürften aber rund 68 Prozent erreicht werden, schätzt SORA.

 |  NOEN, APA (Neubauer)

Gehoben hat das Interesse, dass heuer sechs Kandidaten angetreten sind und wohl auch der Eindruck der Wählenden, dass es tatsächlich etwas zu entscheiden gab - war der Wahlausgang doch bis zum Sonntag nicht klar und dann mit dem klaren Sieg Norbert Hofers (FPÖ) vor dem Langzeit-Umfragen-Favoriten Alexander Van der Bellen (Grüne) auch ziemlich überraschend.

2010 hatte die ÖVP auf einen Gegenkandidaten zum amtierenden Präsidenten Heinz Fischer verzichtet, gegen ihn traten nur Barbara Rosenkranz (FPÖ) und Rudolf Gehring (CPÖ) an. Die ÖVP gab keine Wahlempfehlung für Fischer ab (die Grünen schon).

Somit blieben sehr viele Österreicher zu Hause, die Beteiligung war die niedrigste, die jemals bei einer Hofburg-, Nationalrats- oder Landtagswahl gemessen wurde. Und dazu wählten noch - nach indirekten Empfehlungen aus der ÖVP - so viele wie nie zuvor (243.000) "weiß", also ungültig.

Mit den erwarteten 68 Prozent würde heuer der zweit-schwächste Wert der nunmehr 13 Bundespräsidentenwahlen seit 1951 erreicht - wobei für Hofburg-Wahlen bis 1982 noch österreichweit Wahlpflicht galt. In zwei Ländern, Tirol und Vorarlberg, galt sie bis 1998, 2004 nur mehr in Tirol - und seit 2010 nirgends mehr.

Tirol und Vorarlberg sind interessanterweise jetzt die beiden Länder mit der deutlich schwächsten Beteiligung: Vorarlberg blieb mit 47,72 Prozent vorläufig sogar unter der 50er-Marke, Tirol kam mit 51,92 Prozent noch knapp drüber.

Auch in Wien ist der Wert mit 52,28 Prozent noch sehr niedrig, dort wird die Briefwahl aber besonders intensiv genützt, der Wert Montagabend also deutlich höher sein. Musterschüler war einmal mehr das Burgenland, das sogar ohne Briefwahl schon knapp über 70 Prozent kam, Niederösterreich lag vorerst noch knapp darunter.