Erstellt am 23. Oktober 2015, 13:01

von APA/Red

Pühringer als oberösterreichischer Landeshauptmann angelobt. Josef Pühringer (ÖVP) ist am Freitag in der konstituierenden Landtagssitzung als Landeshauptmann von Oberösterreich angelobt worden. Bei seiner Wahl, die geheim erfolgte, erhielt er nur die Stimmen von 48 der 56 Abgeordneten.

Pühringer will nicht von Koalition sprechen  |  NOEN, APA

Pühringer steht nach zwölf Jahren Schwarz-Grün diesmal einer schwarz-blauen Koalition vor - er selbst bevorzugt, es nur Arbeitsübereinkommen zu nennen. Pühringer ist seit 1995 im Amt, es war seine vierte Angelobung.

In der konstituierenden Landtagssitzung war Pühringer der einzige zur Wahl stehende Kandidat. Dass er nur 48 der 56 Stimmen bekommen hat, könnte damit zusammenhängen, dass er seinen früheren Koalitionspartner, die Grünen (sechs Abgeordnete), bei der Ressortverteilung schwer verärgert hat. Auch die SPÖ war enttäuscht, dass der LH mit den Blauen einen Pakt schloss und, dass sie ihren zweiten Regierungssitz zugunsten der ÖVP nicht bekamen.

Ex-VP-Landesrätin Doris Hummer wird indessen nicht Klubobfrau im Landtag sondern Wirtschaftsbund-Landeschefin. Bisher war das Christoph Leitl, der dieses Amt für Hummer zur Verfügung stellt. In der Folge soll sie Rudolf Trauner als Wirtschaftskammer-Präsidentin beerben. Den ihr angebotenen Posten als ÖVP-Klubobfrau nimmt sie nicht an, sie bleibt aber Landtagsabgeordnete. Mit ihrem Ausscheiden aus der Landesregierung ist dort keine einzige Frau mehr vertreten.

Pühringer bekräftigte am Donnerstagabend, das nächste freie Regierungsamt einer Frau zu überlassen. Wann dies erfolgen wird, wollte er in der "ZiB2" zwar nicht sagen. Eine mögliche Gelegenheit wäre aber sein noch diese Legislaturperiode anstehender Abgang, so Pühringer, denn: "Ich werde sicherlich nicht sechs Jahre in der Regierung bleiben."

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl bezeichnete es als "Fehler", die einzige Frau zur Abstimmung im ÖVP-Landesparteivorstand zu bringen. Er und Trauner hätten nicht damit gerechnet, dass die Abstimmung so ausgeht. "Wir haben uns unmittelbar danach zusammengesetzt und gesagt, wir müssen ein Zeichen setzen." Es sei ein Signal an die Frauen, "ihr seid toll, wir brauchen euch", so Leitl. Gleichzeitig betonte er, dass Hummer nicht die Funktion bekommen hat, weil sie eine Frau ist, sondern die "absolut bestqualifizierteste Person".

Als das "schönste Ehrenamt der Welt" bezeichnete Hummer bei der Pressekonferenz mit Leitl und Trauner die Funktion als WB-Landesobfrau. Eine mögliche Rückkehr als Landesrätin sei für sie nun kein Thema mehr. Sie könne ihre Funktion als WB-Landesobfrau "traumhaft" mit der Rückkehr in das Unternehmen ihrer Eltern verbinden und die Unternehmensnachfolge vorbereiten: "Es geht für mich zurück an die Wurzel. Die Funktion ist für mich gleichwertig zur Position der Landesrätin."