Erstellt am 18. September 2014, 16:15

von APA/Red

Wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht. Über Jahre hinweg soll ein Salzburger die Tochter seiner Lebensgefährtin geschlagen und misshandelt haben. Donnerstag musste sich der Mann deswegen in Salzburg verantworten.

Er bekannte sich nicht schuldig und konnte sich die Vorwürfe nicht erklären, zwei oder drei Ohrfeigen gestand er aber ein. Die Richterin vertagte den Prozess zur weiteren Beweisaufnahme auf unbestimmte Zeit.

Unter anderem will die Richterin den Akt der Jugendwohlfahrt anfordern. Der 33-Jährige soll die Tochter seiner früheren Lebensgefährtin von 2003 bis 2010 - das Mädchen war damals fünf bis zwölf Jahre alt - wiederholt ins Gesicht geschlagen haben. Außerdem soll er ihr auch Hiebe auf das nackte Gesäß versetzt haben, zum Teil sogar mit einem Gürtel, hieß es im Strafantrag. Weiters habe er dem Mädchen in der Badewanne immer wieder den Kopf länger unter das Wasser gedrückt. Schließlich wurde ihm noch ein Fußtritt zur Last gelegt, einmal soll er das Mädchen für eineinhalb Stunden in der Speisekammer eingeschlossen haben. Die Anklage lautete deshalb auf "Quälen oder Vernachlässigen unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen" sowie "Fortgesetzte Gewaltausübung".

"Habe sie nie eingesperrt"

Verteidiger Michael Ringl stellte gleich zu Beginn die Glaubwürdigkeit des Mädchens infrage. Vor zwei Jahren hätte es ebenfalls schwere Vorwürfe erhoben, damals gegen die eigene Mutter. Und diese hätten sich später im Wind zerschlagen. Der Beschuldigte selbst betonte heute, dass er das Mädchen seit Beginn der Beziehung mit der Mutter wie ein eigenes Kind behandelt habe. "Ich bin der Vater für das Kind geworden." Allerdings hätten, als später noch zwei gemeinsame Töchter dazu kamen, die Kinder oft gestritten. Wenn lautes Schimpfen auch nichts mehr geholfen habe, habe er die Älteste manchmal auf der Treppe oder im Vorratsraum für zwei, drei Minuten sitzen lassen, dieser Raum sei aber hell und habe nicht einmal eine Tür. "Eingesperrt habe ich sie nie."

"Und leider muss ich zugeben, dass ich ihr zwei oder drei Mal eine Ohrfeige gegeben habe, das tut mir leid." Vielleicht habe er bei Streitigkeiten auch immer sie als die Böse gesehen, weil sie die Älteste ist, räumte er ein. Auf die Frage von Einzelrichterin Gabriele Glatz, wie er sich die Vorwürfe des Mädchens vorstellen kann, sagte er, vielleicht habe es damit zu tun, dass sie im Alter von etwa zehn Jahren erfahren habe, dass er nicht der leibliche Vater sei. Damals sei die Beziehung etwas abgekühlt.