Erstellt am 18. Januar 2015, 20:35

Wegen Terrorgefahr keine Demos in Dresden. Aus Sorge vor einem Anschlag auf eine Kundgebung der islamfeindlichen Pegida-Bewegung darf es am Montag in Dresden gar keine Demonstrationen geben.

Die Polizei untersagte am Sonntag wegen einer "konkreten Gefahr" alle öffentlichen Versammlungen unter freiem Himmel in der sächsischen Landeshauptstadt. In München wollen die Islamgegner dennoch auf die Straße gehen.

Kundgebung abgesagt

Die Pegida-Gruppe sagte ihrerseits die Kundgebung ab. Die Drohungen richten sich demnach gegen einen Pegida-Organisator. "Wir gehen in der Bewertung der aktuellen Lage nicht mehr nur von einer abstrakten Gefahr, sondern von einer konkreten aus", erklärte Dresdens Polizeipräsident Dieter Kroll. Es lägen Erkenntnisse vor, dass Attentäter dazu aufgerufen worden seien, sich unter die Protestierenden zu mischen, "um zeitnah einen Mord an einer Einzelperson des Organisationsteams der Pegida-Demonstrationen zu begehen", heißt es in einer Verfügung der Polizeidirektion.

Die Behörde beruft sich dabei auf Informationen des deutschen Bundeskriminalamtes (BKA) und des Landeskriminalamtes (LKA) Sachsen. Nach Informationen von "Bild.de" richten sich die Drohungen gegen Pegida-Chef Lutz Bachmann. Ein Polizeisprecher wollte sich dazu nicht äußern.

Pegida-Demonstrationen als "Feindin des Islam"

Der Aufruf ähnele einem über Twitter verbreiteten Tweet, in dem auf Arabisch die Pegida-Demonstrationen als "Feindin des Islam" bezeichnet würden, heißt es in der Polizei-Verfügung weiter. Angaben zum konkreten Vorgehen gibt es demnach nicht. Den Sicherheitsbehörden lägen auch keine Hinweise auf potenzielle Täter vor. Daher seien andere Maßnahmen als das Verbot aller Versammlungen "ungeeignet", die öffentliche Sicherheit am Montag zu gewährleisten.

In Dresden gehen seit Wochen Montag für Montag tausende Pegida-Anhänger auf die Straße. Am vergangenen Montag folgten dort 25.000 Menschen dem Aufruf der Bewegung. Nach Informationen des Hamburger Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" sind bei deutschen Sicherheitsbehörden Hinweise auf mögliche Anschläge auf die Hauptbahnhöfe in Berlin und Dresden eingegangen. Zudem hätten internationale Jihadisten mögliche Anschläge auf die Pegida-Demonstrationen diskutiert.

Nun will man nach München ausweichen. "Freunde, ich habe eine Bitte an euch, kommt morgen alle zu unserem 2ten Spaziergang nach München", hieß es am Sonntag auf der Facebook-Seite des bayrischen Pegida-Ablegers Bagida. "Lasst uns ein Zeichen setzen." In mehreren Städten in Bayern sind für diesen Montag Gegenkundgebungen zu Pegida-Aufmärschen geplant. Die Bündnisse "München ist bunt" und "Bellevue di Monaco" haben in München zum "Tanz den Pegida"-Fasching aufgerufen.