Erstellt am 20. November 2015, 11:06

von APA/Red

Weitere Leiche in gestürmter Wohnung in Paris gefunden. In der bei einem Anti-Terror-Einsatz gestürmten Wohnung in Saint-Denis nahe Paris ist ein weiterer, weiblicher Leichnam gefunden worden.

Die Identität der Toten sei noch unklar, erklärte die Pariser Staatsanwaltschaft am Freitag. Damit gab es bei dem Einsatz am Mittwoch drei Tote, unter ihnen der als Drahtzieher der Anschläge von Paris geltende belgische Islamist Abdelhamid Abaaoud.

Wie inzwischen bekannt wurde, ist Abaaoud am Abend der Attacken in einer Metrostation östlich der französischen Hauptstadt erfasst worden. Der Sender BFMTV veröffentlichte am Freitag ein Foto, das den 28-Jährigen am 13. November in der Metro-Station Croix de Chavaux in Montreuil zeigen soll. Nach Informationen des Senders France Info wurde Abaaoud von einer Kamera der Verkehrsgesellschaft RATP erfasst, als er um 22.14 Uhr die Metro-Station betrat. Kurz zuvor waren Cafés und Restaurants im Osten von Paris attackiert worden.

Unweit der Metro-Station der Linie M9 hatten Ermittler einen schwarzen Seat sichergestellt, aus dem heraus die Attentäter die Cafés und Restaurants beschossen hatten. Der Wagen war von Brahim Abdeslam gemietet worden, der sich bei den Angriffen selbst in die Luft sprengte. Bei den Anschlägen waren am Stade de France in Saint Denis nördlich von Paris sowie in der französischen Hauptstadt selbst mindestens 129 Menschen getötet worden. 352 Menschen wurden teils lebensgefährlich verletzt.

Mehr bewaffnete Patrouillen im Großraum Paris

Als Signal für mehr Sicherheit sollen im Großraum Paris noch mehr bewaffnete Patrouillen eingesetzt werden. Nach den Terroranschlägen werden zur Sicherung weitere 1.500 Militärs mobilisiert, wie Polizeipräfekt Michel Cadot am Freitag in Paris vor Journalisten bekannt gab. Diese Einheiten ergänzten die bereits seit Anfang der Woche zusätzlich eingesetzten 1.000 Kräfte. Bereits vor den jüngsten Anschlägen seien 3.900 Militärs zur Sicherung im Raum Paris eingesetzt gewesen. Cadot will vor allem an großen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Schulen, Kaufhäusern oder im öffentlichen Nahverkehr mehr sichtbare Präsenz.

Belgien lässt die Terrorwarnstufe im Land indessen unverändert. Das meldete die Nachrichtenagentur Belga am Freitag unter Verweis auf den nationalen Sicherheitsrat. Einzelne Sicherheitsmaßnahmen sollten aber noch verbessert werden. Details dazu blieben zunächst offen. Nach Informationen des öffentlichen Senders VRT sollen die Patrouillen von Polizei und Armee verstärkt werden.

Nach den Anschlägen von Paris hatte Belgien die Warnstufe auf den Wert Drei angehoben - die Skala hat insgesamt vier Stufen. Die Polizei ist nach Informationen der Zeitung "Gazet van Antwerpen" auf der Suche nach einem Familienangehörigen der Cousine des Terrorverdächtigen Abdelhamid Abaaoud. Bei der Cousine könnte es sich um die Frau handeln, die sich am Mittwoch bei einem Polizeieinsatz in Saint-Denis nördlich von Paris in die Luft gesprengt hatte. Die Polizei befürchte, dass der Mann, der unauffindbar sei, sich rächen wolle. Eine offizielle Bestätigung für die Suche war zunächst nicht zu erhalten.