Erstellt am 16. August 2016, 12:35

von APA Red

Polizei signalisiert Härte nach Brandanschlag. Die oberösterreichische Polizei signalisiert nach einem politisch motivierten Brandanschlag auf ein türkisches Vereinslokal am Montag Härte gegen Versuche, nationale Konflikte nach Österreich zu tragen. Anlass war die Festnahme von zwei Verdächtigen, die das Attentat verübt haben sollen.

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Landespolizeidirektor Andreas Pilsl und der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wels Christian Hubmer berichteten am Dienstag in Linz, laut jüngstem Ermittlungsstand hätten die beiden mutmaßlichen Täter im Alter von 21 und 16 Jahren am Montag gegen 3.20 Uhr zuerst mit einem Stein ein Loch in der Fensterscheibe des Lokals geschlagen. Durch dieses hätten sie einen Brandsatz ins Gebäudeinnere geworfen. Dieser habe allerdings nicht gezündet und sei von selbst erloschen.

Ein Anrainer rief die Polizei. Diese war nach einem Vorfall am Freitag, als Kurden das ORF-Zentrum in Wien zu stürmen versucht hatten, bereits in Alarmbereitschaft. So schnappte eine Streife in Wels die beiden mutmaßlichen Attentäter nur einen Kilometer vom Tatort entfernt. Sie waren nicht zuletzt durch einen Rucksack aufgefallen, den sie bei sich trugen. In ihm befanden sich weitere Utensilien im Zusammenhang mit der Brandstiftung.

Bei den Einvernahmen war der Jüngere geständig. Seine Angaben stimmen mit den ermittelten Fakten überein. Demnach war das Motiv eine politische Auseinandersetzung von Kurden und Türken. Beide gehören dem kurdischen Lager an und sollen auch weitschichtig verwandt sein. Mit dem 16-jährigen Österreicher hat sich die Polizei bereits früher beschäftigt, er war aber strafunmündig. Der 21-jährige in der Schweiz geborene Staatenlose ist den Ermittlern ebenfalls nicht unbekannt. Er soll an dem Vorfall beim ORF und einem ähnlichen beim Europarat in Straßburg beteiligt gewesen sein.

Pilsl verkündete im Zusammenhang mit den Festnahmen "eine klare Botschaft, die sich eventuelle Trittbrettfahrer hinter die Ohren schreiben können: Wenn wer glaubt, nationale Konflikte nach Österreich tragen zu müssen, wird die notwendige polizeiliche Härte an den Tag gelegt werden, um die Ordnung aufrechtzuerhalten." Er stellte in Aussicht, die Polizei werde in Kontakt mit allen entsprechenden Vereinen treten und gemeinsam mit der Politik ein Paket schnüren, um das friedliche Zusammenleben zu garantieren.

Hubmer berichtete, vorerst werde nach dem Anschlag in Wels wegen versuchter Brandstiftung ermittelt. Bei diesem Delikt droht eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren.