Erstellt am 19. Januar 2015, 15:08

Weltmuseum Wien kleiner, Haus der Geschichte kommt. Das Umbau-Projekt des Weltmuseum Wien wird auf 3.900 Quadratmeter Ausstellungsfläche verkleinert. Die "Redimensionierung" ermöglicht die Etablierung eines "Haus der Geschichte" in der Neuen Hofburg am Heldenplatz, das rund 3.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche umfassen und 2018 eröffnet werden soll.

Das ist die "gemeinsame Lösung", die heute in einem Gespräch im Kulturministerium akkordiert wurde. Bei dem Termin zwischen Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ), der Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums (KHM), Sabine Haag, und Weltmuseum Wien-Chef Steven Engelsman seien mehrere Raumvarianten diskutiert worden, hieß es zu Mittag aus dem Büro des Kulturministers. Das 2013 präsentierte ursprüngliche Umbau-Konzept hatte 4.600 Quadratmeter Ausstellungsfläche umfasst, die Kosten waren mit 27,5 Mio. Euro angegeben worden. Das redimensionierte Projekt soll nun 16,6 Mio. Euro kosten.

Ob die damit frei gewordenen knapp elf Millionen Euro ausreichen werden, das "Haus der Geschichte", das sich mit der Geschichte Österreichs ab 1848 befassen soll, zu etablieren, werde sich erst bei weiteren Gesprächen zeigen. Kommende Woche soll es den nächsten konkretisierenden Termin, an dem auch Vertreter von KHM, der Österreichischen Nationalbibliothek und des Österreichischen Staatsarchivs teilnehmen werden, geben, bis März werden Finanzierungsvarianten geprüft.

Die Betriebskosten des verkleinerten Weltmuseums werden aus der geltenden Basisabgeltung des KHM bestritten werden können, heißt es aus dem Kulturministerium. An einem Eröffnungstermin im Jahr 2017 werde festgehalten.

Geschichtsvermittlung in einem zeitgemäßen Rahmen

"Mit der heutigen Entscheidung nutzen wir die einmalige Chance, die Situation am wohl geschichtsträchtigsten Ort der Republik neu zu gestalten", kommentierte Ostermayer die Pläne, in der Neuen Hofburg sowohl das zum Weltmuseum Wien umgebaute Völkerkundemuseum als auch ein Haus der Geschichte unterzubringen. Auch der Tiefspeicher werde in die Überlegungen miteinbezogen.

"Dieser Platz ist mit seiner Geschichte und seiner Symbolkraft der beste Standort um Österreichs kulturelle, wirtschaftliche und soziale Geschichte in einem zeitgemäßen Rahmen zu vermitteln. Und der beste Ort für ein Haus der Geschichte der Republik Österreich", so der Minister.

KHM-Generaldirektorin Haag sagte, man sei mit der heute akkordierten Lösung "insgesamt glücklich", weil deutlich signalisiert worden sei, dass das Projekt in der ursprünglich vorgelegten Form keine Zustimmung gefunden hätte. Das "redimensionierte Museum" sei "kein schlechtes Museum und kein sinnloses Museum, und (Weltmuseum-Direktor Steven, Anm.) Engelsman ist uns auch im Wort, dass er diesen Vorschlag mitträgt - im Haus und in der internationalen Community", so Haag.

Vom Grundkonzept keine Abstriche gemacht

Konkret werde das Weltmuseum Wien fünf burggartenseitig gelegene Schausäle verlieren, auch die vom ZOOM Kindermuseum bespielten Räume werden nicht realisiert, ebenso sei der als begehbares Schaudepot konzipierte "Korridor des Staunens" in den modifizierten Plänen nicht mehr enthalten. "Wir haben die Dauerausstellung komprimiert, aber vom Grundkonzept keine Abstriche gemacht", so Haag, die die geplante Abbildung aktueller Themen des Zusammenlebens unterschiedlicher Kulturen weiterhin für gewährleistet hält. Ein Museumscafe ist auch in der neuen Variante enthalten.

Die bisher getätigten Architektur-Planungen sollen in das heute überarbeitete Konzept einfließen. Auch an der Konkretisierung der Pläne für ein "Haus der Geschichte" werde man gerne konstruktiv mitarbeiten. Eines schließt Haag allerdings kategorisch aus: "In den KHM-Museumsverband wird das 'Haus der Geschichte' sicher nicht integriert."