Erstellt am 18. Juli 2015, 12:25

von APA/Red

Feuerwehren nach heftigen Unwettern im Dauereinsatz. Wegen teils heftiger Gewitter mussten die Feuerwehren in weiten Teilen Österreichs am Freitagabend und in der Nacht auf Samstag zu mehr als 360 Einsätzen ausrücken.

 |  NOEN, APA (Archiv)

Häufigster Einsatzgrund in Salzburg, Tirol, der Steiermark und Vorarlberg waren laut Angaben der Leitstellen umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer und überflutete Keller.

Während eines Festes im Stadtpark Kufstein stürzte ein Baum auf eine Verkaufshütte, auch hier kamen nach Polizeiangaben keine Personen zu Schaden. Allein zwischen 18 und 20 Uhr seien 120 Einsatzmeldungen eingegangen, hieß es bei der Leitstelle Tirol. Besonders betroffen waren die Bezirke Imst, Innsbruck und Innsbruck-Land sowie Schwaz und Kufstein. Abgeknickte Bäume störten den Verkehr, kurzzeitig etwa auch auf der Inntalautobahn A12. Oberhalb von Obsteig (Bezirk Imst) kam es nach einem Blitzschlag zu einem Waldbrand. Die Brandbekämpfung in dem unwegsamen Gelände gestaltete sich sehr schwierig, das Feuer wurde gegen 23 Uhr gelöscht, so die Polizei.

Autos durch Äste demoliert

In Vorarlberg zählte die Leitstelle 20 Einsätze, großteils im Raum Unterland. Zumeist habe es sich um umgestürzte Bäume, Telefonmasten, Werbeplakate oder Bauzäune gehandelt, berichteten die Einsatzkräfte. Einige Autos wurden durch herabfallende Äste demoliert. Im Wildpark in Feldkirch stürzte ein Baum auf den Zaun, was einigen Tieren einen kurzen Ausflug in die Freiheit ermöglichte, bevor sie von den Einsatzkräften eingefangen wurden. Am Bodensee bei Fußach (Bezirk Bregenz) geriet ein Segelboot kurz vor der Einfahrt zum Hafen in Seenot, weil es der Besatzung bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 km/h nicht mehr gelang, die Segel einzuholen. Das Boot konnte rund einen Kilometer vor dem deutschen Ufer gestoppt werden.

Umgestürzte Bäume, ein brennender Trafo, gerissene Stromleitungen, abgedeckte Dächer und überflutete Keller - die Einsatzliste der Salzburger Feuerwehren nach den heftigen Gewittern in der Nacht auf Samstag war lang. Die Unwetter sorgten bei insgesamt 612 Mann in 69 Einsätzen für schlaflose Stunden. Laut Polizei wurde das Auto einer Frau von umgerissenen Bäumen blockiert.

Sturm knickte Bäume um

Die 39-Jährige war gegen 21.30 Uhr mit dem Auto in Thomatal (Bezirk Hallein) unterwegs. Zu dem Zeitpunkt wurde das Gebiet von starken Windböen und Gewittern heimgesucht. Wegen umgerissener Bäume musste sie ihren Wagen anhalten. Nur kurze Zeit später knickte der Sturm einen weiteren Stamm um. Dieser landete direkt hinter dem Auto. Damit konnte die Frau weder vor noch zurück. Die alarmierte Feuerwehr räumte die Straße frei. Am Wagen entstand kein Sachschaden. Weder die 39-Jährige noch ihr mitfahrender Ehemann wurden beim dem Zwischenfall verletzt.

Vor allem das Tennengau war laut Landesfeuerwehrkommando vom heftigen Sturm betroffen. Aber auch im Pinzgau wurden vermehrt Einsätze gezählt. Laut Polizei-Pressestelle gingen dort auch Hagelschauer nieder. Mehrere Keller mussten beispielsweise in Neukirchen am Großvenediger ausgepumpt werden. Auch die Gemeindestraße wurde überschwemmt. "Die Aufräumarbeiten dauern bis jetzt an", so ein Sprecher der Feuerwehr am Samstagvormittag.

116 Einsätze in der Steiermark

Auch über die Steiermark zogen In der Nacht auf Samstag schwere Unwetter hinweg. Die Landesleitzentrale der Feuerwehr zählte 116 Einsätze zwischen 22 und 3.30 Uhr. Während es in der Obersteiermark überwiegend Sturmschäden - umgeknickte und entwurzelte Bäume sowie Schäden an Hausdächern - gab, waren im Süden eher unter Wasser stehende Keller und Straßen das Problem.

Der Großteil der Aufräum- und Pumparbeiten wurde noch in der Nacht abgeschlossen. Vereinzelt waren die Feuerwehren aber auch am Samstag noch damit beschäftigt. Allein 45 Einsätze wurden im Raum Leoben verbucht. Einige Dächer wurden abgedeckt. Die Einsatzkräfte sicherten sie provisorisch mit Planen.

Zahlreiche Bäume stürzten um und blockierten Straßen, die in der Folge gesperrt wurden. Betroffen waren laut der örtlichen Feuerwehr Teile der Kaltenbrunner Straße, Im Tal sowie der obere und der untere Tollinggraben. Im oberen Tollinggraben waren auch am Samstag noch acht Wohn- bzw. Bauernhäuser von der Außenwelt abgeschnitten, berichtete die Polizei. Die Zufahrt wurde durch zahlreiche umgefallene Bäume blockiert.