Erstellt am 29. April 2015, 13:12

von APA/Red

"wheelday" soll Bewusstsein für Rollstuhl-Mobilität schaffen. Barrieren müssten in den Gesetzen, aber auch in Köpfen abgebaut werden.

Das forderte ÖVP-Abgeordneter Franz Joseph Huainigg am Mittwoch in Wien. Im Rahmen eines "wheelday" am 5. Mai (www.wheelday.at) sollen sich Menschen ohne Behinderung in den Rollstuhl setzen und über diese Selbsterfahrung berichten. Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) ging bei dem Termin als Beispiel voraus.

"Man ist nicht behindert, man wird behindert"

"Man ist nicht behindert, man wird behindert", sagte Huainigg, ÖVP-Sprecher für Menschen mit Behinderung und Initiator des Projektes "wheelday". Die Aktion soll Bewusstsein für die Themen Mobilität, Hilfsmittelversorgung, Barrierefreiheit, Rehabilitation und Inklusion von Menschen mit Behinderungen schaffen. Unterschiede zwischen ländlichen und städtischen Regionen sowie zwischen Industrie- und Entwicklungsländern werden dabei thematisiert.

Österreich braucht auch eine Mobilitätswende

"Neben einer Energiewende braucht Österreich auch eine Mobilitätswende im Sinne des Ausbaus der ländlichen sozialen Infrastruktur, barrierefreier öffentlicher Verkehrsmittel und der Nahversorgung", meinte Rupprechter. "Gerade aktuelle Ereignisse wie das Erdbeben in Nepal zeigen, wie wichtig es ist, Barrierefreiheit und Inklusion überall mitzudenken - sowohl in der Katastrophenhilfe als auch beim Wiederaufbau", sagte Johanna Mang von Licht für die Welt. "Alle Maßnahmen müssen auch Menschen mit Behinderungen erreichen."

Rund 15 Prozent der Weltbevölkerung haben eine Behinderung und 80 Prozent davon leben in Entwicklungsländern. Zudem schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass sich aufgrund demografischer Veränderungen die Zahl der Menschen mit mittelschweren bis schweren Behinderungen bis zum Jahre 2035 verdoppeln wird.