Erstellt am 02. Juli 2016, 07:22

Experten rechnen mit heißem Präsidentschaftswahlkampf. Der mittlerweile dritte Bundespräsidenten-Wahlkampf dieses Jahres könnte nach Ansicht von Experten durchaus spannend werden.

 |  APA (AFP)

Die Themenlage habe sich geändert, meinen Polit-Berater Thomas Hofer und Meinungsforscher Peter Hajek. Zugleich müssten die Kandidaten noch stärker "mit Emotionen spielen" (Hofer) und dürften nicht "more of the same" bringen (Hajek).

Die Themenlage sei derzeit geprägt vom Brexit, was nach Hofers Ansicht vor allem der Grüne Kandidat Alexander Van der Bellen nutzen könnte. Für die FPÖ sei das eher "argumentativ eine gefährliche Situation". Umgekehrt könnte die FPÖ, der im ersten Stichwahlkampf bis zu einem gewissen Grad der Kanzlerwechsel die Show gestohlen hatte, im September eventuell bei einer schon wieder "ernüchterten" Bevölkerung, was die Arbeit der Regierung betrifft, punkten. "Ganz easy" jedenfalls sei die Situation für FP-Kandidat Norbert Hofer nicht, "die FPÖ muss schon liefern".

FPÖ überlegt "Öxit"-Kampagne

Auch Hajek rechnet damit, dass "Brexit und EU eine starke Rolle spielen werden". Dabei hänge die Stimmungslage hierzulande vor allem von der Entwicklung in Großbritannien und europapolitisch ab. Sollten etwa "deutliche Nachteile für Großbritannien" rasch evident werden, "könnte das möglicherweise zum Vorteil Van der Bellens" ausfallen. Für die FPÖ bestehe grundsätzlich die Option einer "Öxit"-Kampagne - "die Frage ist nur, ob es Sinn macht. Das wird sich in den nächsten Wochen weisen."

Dass der Wahlkampf "spannend wird", glaubt Hajek auch, weil beide Kandidaten "schon aus taktischen Gründen den Menschen nicht das Gleiche erzählen können wie beim letzten Mal". Bei den Grundsatzpositionen werde man bleiben, "aber ich darf nicht more of the same bringen".

Wie der Wähler tickt bei diesem nie da gewesenen dritten BP-Wahlgang, wagen weder Hajek noch Hofer einzuschätzen. "Seriöserweise können wir das jetzt überhaupt nicht einschätzen. Es gibt keine Erfahrungswerte", so Hajek. Auch Hofer hat "keine seriöse Antwort": "Das wissen wir einfach nicht, so ehrlich muss man sein. Wir wissen nicht einmal was über die Wahlbeteiligung."