Erstellt am 21. März 2015, 06:55

von APA/Red

Zwei Tote bei Brand in Waggon. Beim Brand eines Waggons am ehemaligen Frachtenbahnhof in Wien-Floridsdorf sind am späten Freitagabend zwei Obdachlose - eine Frau und ein Mann ums Leben gekommen.

Ein 43-Jähriger wurde durch das Feuer schwer verletzt und im Krankenhaus in künstlichen Tiefschlaf versetzt. Bei den Todesopfern handelt es sich um eine Frau und einen Mann. Die genaue Identität war wie die Brandursache am Samstagvormittag noch unklar.

Brandermittler waren am Unglücksort bei der Angerer Straße noch mit den Erhebungen beschäftigt, sagte Polizeisprecher Thomas Keiblinger am Samstag. Erste Vermutungen deuteten darauf hin, dass die drei Obdachlosen versucht haben, in dem Waggon einzuheizen. Die Feuerwehr schloss gegenüber der APA auch nicht aus, dass eine Zigarette oder eine Kerze das Feuer ausgelöst haben könnten.

Meterhohe Flammen

Die Polizei wurde kurz vor 22.00 Uhr von Zeugen alarmiert und traf auch als erstes bei dem Bahnhofsgelände ein. Der Güterwaggon stand laut Keiblinger mit meterhohen Flammen in Vollbrand, davor lag der 43-Jährige, dessen Kleidung Feuer gefangen hatte. Die Beamten bekämpften die Flammen mit einem Handfeuerlöscher und anschließend mit Decken. Der Mann erlitt Verbrennungen ersten und zweiten Grades an Kopf, Beinen und Armen, wie die Wiener Berufsrettung berichtete.

Für die beiden anderen Obdachlosen kam jede Hilfe zu spät. Polizisten versuchten mit einem weiteren Feuerlöscher, die Flammen an dem Waggon einzudämmen, kamen aber nicht näher heran. Die Feuerwehr löschte den Brand schließlich mit Schaum und Wasser. Erst dann wurden die Leichen der Frau und des Mannes entdeckt. In dem Waggon habe es durch die niedrige Raumhöhe eine gigantische Hitzeentwicklung gegeben, erläuterte Feuerwehrsprecher Christian Feiler. Am Ende des Einsatzes wurde auch das Waggondach geöffnet, um letzte Glutnester abzulöschen. Ein Übergreifen der Flammen auf einen daneben geparkten Lkw konnte verhindert werden. 26 Feuerwehrleute standen im Einsatz.

Polizei kontrolliert regelmäßig

Auf dem ehemaligen Frachtenbahnhof übernachten des öfteren Obdachlose. Das Gelände wird von der Polizei regelmäßig kontrolliert, betonte Keiblinger. Dort angetroffene Personen werden demnach auf offizielle Notschlafstellen hingewiesen, die Obdachlosen wollen aber oft nicht gehen.

Laut einem Sprecher der Bundesbahnen handelte es sich bei der ausgebrannten Garnitur um einen ausrangierten Waggon. Dieser sei weit genug abseits der eigentlichen Schienenstrecke abgestellt gewesen, sodass der Bahnverkehr in der Nacht nicht beeinträchtigt war.