Erstellt am 03. September 2014, 13:21

von APA Red

Wien meldete möglichen Ebola-Verdachtsfall. Wien hat am Mittwoch einen möglichen Ebola-Verdachtsfall gemeldet. Eine 45-Jährige Frau sei mit hohem Fieber, Kopf -und Gliederschmerzen nach der Rückkehr von einer Nigeria-Reise in die Infektionsabteilung des Kaiser Franz Josef Spitals eingeliefert worden, teilte die MA 15 mit.

Der Verdacht einer Ebola-Infektion hätte vorerst nicht ausgeschlossen werden können. "Die Patientin wird derzeit unter Isolierbedingungen untersucht und behandelt", hieß es in der Aussendung. Die Infektionsabteilung am KFJ des Wiener Krankenanstaltenverbundes unter Leitung von Christoph Wenisch ist für die Aufnahme solcher Patienten vorgesehen und speziell ausgerüstet.

Endgültige Testergebnisse innerhalb von 48 Stunden

Die medizinische Abklärung sowie die gesundheitsbehördlichen Erhebungen sind am Laufen. Zur Feststellung der Diagnose sind Proben abgenommen worden und an das Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg geschickt worden. Die endgültigen Testergebnisse würden spätestens innerhalb 48 Stunden vorliegen, hieß es in der Aussendung.

An dem Hamburger Institut sind derzeit die Untersuchungen von Blutproben auf Ebola-Viren konzentriert. Dies erfolgt mit der sogenannten Polymerase-Chain-Reaction (PCR), bei der zunächst das Erbgut möglicherweise enthaltener Viren vermehrt und dann nachgewiesen wird. Dafür sind spezielle Labor-Ansätze notwendig, die das Institut in Hamburg etabliert hat. Erst bei größerem Bedarf soll dies in Europa auch in anderen Labors erfolgen.

Das Problem bei Ebola-Verdachtsfällen liegt darin, dass die anfänglichen Symptome sehr unspezifisch sind. Fieber, Gliederschmerzen, Durchfall etc. treten auch bei vielen anderen Tropen- und Reiseerkrankungen auf, zum Beispiel bei Typhus und Malaria etc. Deshalb ist man derzeit in solchen Fällen vorsichtig. Das gilt besonders für Personen mit einer Reisegeschichte in von Ebola betroffene Länder.

Bisherige Fälle in Österreich stellten sich als negativ heraus

Bisher ist man in Österreich bei einem Todesfall in Tirol und zwei Erkrankungsfällen in Oberösterreich von einem möglichen Ebola-Verdacht ausgegangen. Sie stellten sich aber alle als negativ heraus - genauso wie derartige Fälle sonst in Europa.

Nach den Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Nigeria bis zum 26. August 17 bestätigte und Ebola-Verdachtsfälle gemeldet. Sechs Menschen sind dort bisher an der Krankheit gestorben. Nigeria hat rund 170 Millionen Einwohner und ist Afrikas bevölkerungsreichstes Land.

Die Behörden und auch ausländische Experten, zum Beispiel von den nationalen US-Zentren für Krankheitskontrolle (CDC) - sind dort intensiv mit Maßnahmen zur Auffindung, Isolierung und Betreuung von Patienten, Verdachtsfällen und Kontaktpersonen beschäftigt. Laut "Kronenzeitung" soll die 45-Jährige nach Nigeria für einen Verwandtenbesuch gereist sein.

Londoner mittlerweile geheilt und aus Spital entlassen

Indes wurde ein an Ebola erkrankter Brite geheilt und aus dem Krankenhaus entlassen. Das teilte die Londoner Klinik am Mittwoch mit. Der 29 Jahre alte Krankenpfleger hatte sich in Sierra Leone mit dem Virus infiziert, wo er als freiwilliger Helfer im Einsatz war. Der Erkrankte war am 24. August nach London geflogen und unter anderem mit dem experimentellen Medikament "ZMapp" behandelt worden.

"Ich hatte sehr viel Glück, ich bin großartig behandelt worden", sagte er am Mittwoch. Das schlimmste an der Erkrankung sei das hohe Fieber gewesen. Dieses sei aber kein Vergleich zu dem Leid, dass er in Westafrika gesehen habe.