Erstellt am 25. Oktober 2016, 19:27

Titelverteidiger Ferrer mit Kurzarbeit ins Achtelfinale. Titelverteidiger David Ferrer ist mit Kurzarbeit in das Achtelfinale des ATP-Tennisturniers Erste Bank Open eingezogen. Zu Beginn des Dienstag-Programms hatte der Spanier gegen Kyle Edmund nur fünf Games zu spielen, ehe der Brite nach einer Spielzeit von 18 Minuten bei einem 2:3-Rückstand aufgab. Ferrer lag mit Break voran und trifft nun auf Joao Sousa (POR) oder Pablo Cuevas (URU).

Der Spanier profitierte von der Aufgabe des Gegners  |  APA

Wien bleibt damit vorerst ein guter Boden für den 34-jährigen Ferrer, hatte er doch vor seinem vorjährigen Turniersieg 2014 das Endspiel erreicht. Dem waren Erstrunden-Niederlagen 2003 und 2004 vorausgegangen, als der Iberer aber noch nicht der Klassemann späterer Jahre war. Seinen Top-Ten-Status verlor er erst nach mehr als fünfeinhalbjähriger Zugehörigkeit zum elitären Kreis im heurigen Mai, diese Woche rutschte er um vier Ränge auf Position 19 ab.

Das aber nur deshalb, da das Stadthallen-Turnier 2015 eine Woche früher stattgefunden hat und seine da geholten Punkte bereits gestrichen worden sind. Ferrer kann diese Woche also wieder ordentlich anschreiben. Über einen Titelgewinn hat er das zuletzt eben vor zwölf Monaten in Wien hinbekommen. Auch ein Finale hat er 2016 noch nicht erreicht, wie er es seit 2005 zumindest einmal pro Saison geschafft hat. Dafür bleiben ihm heuer noch Wien und Paris.

Ferrers Landsmann Feliciano Lopez hat unterdessen am Dienstag einen französischen Tennis-Feiertag verhindert. Während Jo-Wilfried Tsonga (6) und Gilles Simon ihre Erstrunden-Partien für sich entschieden, besiegte Lopez deren Landsmann Lucas Pouille (7) 6:4,2:6,7:5. Der Iberer bekommt es am Mittwoch im Achtelfinale mit dem US-Ass John Isner zu tun.

"Es war eines der härtesten Erstrunden-Lose", war sich Lopez bewusst, dass er gegen den aufstrebenden Metz-Sieger nicht Favorit gewesen war. Doch nachdem die Nummer sieben des Turniers den ersten Satz gewonnen hatte, glich Lopez nicht nur recht glatt aus, sondern wehrte in der Entscheidung auch noch einen Matchball ab. Damit gelang ihm das entscheidende Break, und trotz einiger Gegenwehr des Weltranglisten-17. machte er den Sack nach 2:08 Stunden zu.

Für Lopez war es der 17. Wien-Sieg bei nur sechs Niederlagen. Bis auf eine Startschlappe 2014 stand der Iberer bei allen seinen Stadthallen-Antreten zumindest im Viertelfinale. "Ich komme immer gerne zurück, habe hier 2004 meinen ersten Titel geholt", sagte der 35-Jährige. Der Weltranglisten-30. sprach dem schon zahlreich erschienen Publikum ein Extra-Lob für dessen Unterstützung aus und sieht für sich noch kein Karriereende. "Solange es geht, spiele ich weiter."

Simon glich im Länderkampf mit Spanien durch ein 6:4,7:5 gegen Guillermo Garcia-Lopez für Frankreich aus, muss nun aber wohl gegen Andy Murray ran. Die schottische Nummer eins des Turniers wird sein Auftakt-Einzel gegen Martin Klizan (SVK) am Mittwochnachmittag bestreiten. 2011-Wien-Sieger Tsonga hatte bei einem 6:3,6:4 gegen Benjamin Becker (GER-Q) wenig Mühe, spielt im Achtelfinale gegen Landsmann Stephane Robert oder Philipp Kohlschreiber (GER).

Höhepunkte aus österreichischer Sicht am Mittwoch sind die Doppel-Erstrundeneinsätze der Jugendfreunde Dennis Novak/Dominic Thiem (WC) gegen Bob und Mike Bryan (2). Für die US-Legenden wird es im letzten Match des Tages um ihren 999. gemeinsamen Sieg auf der Tour gehen. Auf Court B werden Julian Knowle/Jürgen Melzer (WC) gegen die nicht miteinander verwandten French-Open-Sieger Feliciano und Marc Lopez (ESP-3) anzutreten haben.