Erstellt am 11. Oktober 2015, 06:40

von APA/Red

Wien wählt ein neues Stadtparlament. Es ist so weit: In Wien sind seit 7.00 Uhr in der Früh die Wahllokale geöffnet.

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Rund 1,14 Mio. Wiener sind aufgerufen mitzuentscheiden, wie die Zusammensetzung des neuen Gemeinderats bzw. Landtags aussieht. Auf dem Prüfstand der Wähler steht die österreichweit einzige rot-grüne Koalition. Ebenfalls neu gewählt werden die 23 Bezirksvertretungen, dabei dürfen auch EU-Bürger mitstimmen.

Bei der Wahl 2010 musste die SPÖ Einbußen von 4,75 Prozentpunkten verschmerzen und kam auf 44,34 Prozent. Damit verloren die Roten die absolute Mandatsmehrheit - und mussten sich einen Koalitionspartner suchen. Bürgermeister Michael Häupl entschied sich für die Grünen, Maria Vassilakou wurde Vizebürgermeisterin. Die Grünen landeten bei der vorigen Wahl mit einem Minus von 1,99 Prozentpunkten bei 12,64 Prozent.

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hoff auf den ersten Platz


Die FPÖ legte schon 2010 um beachtliche 10,94 Prozentpunkte zu. Mit 25,77 Prozent wurde sie klar zweitstärkste Kraft. Heuer hofft FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, Erster zu werden. Die Umfragen sagen ihm - angesichts der Flüchtlingskrise - zumindest neuerliche starke Zugewinne voraus.

Damit ist möglich, dass der Bundeshauptstadt gröbere Umwälzungen bevorstehen. Die SPÖ könnte auf einen historischen Tiefststand fallen. Politbeobachter haben aber auch nicht ausgeschlossen, dass die SPÖ erstmals Zweite hinter der FPÖ wird.

Mit einem historischen Tiefststand - und nur mehr dem vierten Platz - muss auch die ÖVP Manfred Juraczkas rechnen. 2010 lag sie mit 13,99 Prozent noch klar vor den Grünen. Schon seit den starken Verlusten der beiden Bundes-Koalitionsparteien vor zwei Wochen in Oberösterreich wird über bundespolitische Konsequenzen nach der Wien-Wahl spekuliert.

Wahllokale schließen um 17.00 Uhr

Auf ein besseres Ergebnis als in Oberösterreich hoffen in Wien die NEOS. Spitzenkandidatin Beate Meinl-Reisinger ist optimistisch, dass den Pinken der Einzug ins Stadtparlament gelingt. Für diesen muss eine Fraktion mindestens fünf Prozent der Stimmen oder ein Grundmandat in einem der 18 Wahlkreise erreichen. Insgesamt werden 100 Mandate vergeben.

Die 1.499 Wiener Wahllokale schließen einheitlich um 17.00 Uhr. Erste Hochrechnungen werden gegen 18.00 Uhr erwartet, das Endergebnis gegen 20.00 Uhr. Wie viel dann schon fix ist, ist offen: Denn angesichts eines neuen Rekordstands bei den Wahlkarten - die erst am Montag ausgezählt werden - könnte sich das Ergebnis am Tag danach noch signifikant ändern.