Erstellt am 05. Mai 2014, 15:20

Wiener Findelkind - hoffen auf Hinweise. Vor elf Tagen ist auf einer Wiese in Wien-Hietzing ein Neugeborenes abgelegt worden, bis heute gibt es keine Spur zur Mutter.

Die Polizei hofft nun auf Hinweise aus deren Bekanntenkreis und hat deshalb am Montag sämtliche Gegenstände, die bei dem Buben gefunden wurden, präsentiert. "Wir bitten die Bevölkerung um Mithilfe was die Babyutensilien anbelangt", sagte Oberst Gerhard Winkler.

Nabelschnur nicht professionell abgebunden

"Uns als Polizei ist es wichtig, den Fall aufzuklären", sagte der leitende Ermittler Martin Stiedry. Einen Säugling auszusetzen sei "keine Bagatellsache", so Winkler. "Es muss nicht die Kindsmutter gewesen sein. Keiner weiß, wer es ausgesetzt hat", erklärte Stiedry. Klar sei jedenfalls, dass das Neugeborene nicht in einem Spital oder einem Geburtshaus zur Welt kam, "die Nabelschnur war sehr lange und nicht professionell abgebunden", erläuterte der Kriminalist. Die wahrscheinlichste Variante sei daher eine Hausgeburt.

Baby wohl auf

Dem Baby gehe es jedenfalls gut, es ist gesund. Es wurde von der Rettung in ein Krankenhaus gebracht, wo es seitdem betreut wird. "Noch im Lauf dieser Woche soll es zu Adoptiveltern übersiedeln", sagte Jugendamtssprecherin Herta Staffa. Rund ein halbes Jahr dauert es dann, bis die Adoption rechtskräftig wird.

Der Bub war am 24. April auf einer Grünfläche an der Kreuzung Wientalstraße/Lilienberggasse neben einem Gebüsch von einer Passantin entdeckt worden. Es lag in einem rosa geblümten Puppenwagenoberteil. "Es gibt keine Zeugenhinweise, dass jemand den Vorgang beobachtet hat", sagte Winkler. Das Puppenwagenoberteil sei jedenfalls relativ neuwertig und ein Massenprodukt. Bekleidet war der neugeborene Bub mit einem violetten Strampler, zudem war er in zwei Decken - eine davon mit Winnie-Pooh-Motiv - gewickelt.

Spuren werden untersucht

DNA-Spuren wurden auf allen Gegenständen gesichert. Auch wurden und werden Bilder der öffentlichen Verkehrsmittel ausgewertet, um herauszufinden, wie "der Täter oder die Täterin zum Tatort gekommen ist", erläuterten die Ermittler. Hinweise nimmt das Landeskriminalamt unter der Telefonnummer 0131310 DW 57800 entgegen.

Die Aussetzung eines Säuglings wird strafrechtlich verfolgt. Im Wilhelminenspital gibt es eine Babyklappe, dort können Neugeborene anonym und straffrei abgegeben werden. Im Vorjahr wurde dort ein Neugeborenes abgelegt.