Erstellt am 31. Juli 2015, 13:20

von Tina Jedlicka

Freispruch für ehemalige Justizanstalt-Leiterin Heigert. Freitag um 13 Uhr konnte die ehemalige Leiterin der Justizanstalt Wiener Neustadt aufatmen.

Teresa Heigert mit Anwalt Manfred Ainedter  |  NOEN, Tina Jedlicka
Richterin Getraud Eppich sprach Teresa Heigert vom Vorwurf des Amtsmissbrauches frei. Sie habe in zwei Fällen zwar objektiv missbräuchlich gehandelt, man könne ihr aber nicht nachweisen, dass sie wissentlich etwas falsch gemacht habe. Konkret ging es dabei um eine Arbeit zu ihrem Studium an der Fachhochschule, bei der Lehrlinge der Justizanstalt Schreib-Arbeiten verrichtet haben sollen.

Erleichtert fiel sie ihrem Sohn nach der Urteils-Verkündung um den Hals. Die Leiterin der Personalabteilung hatte zuvor heute als Zeugin ausgesagt, dass Heigert die Lehrlinge nicht mit den Arbeiten beauftragen hätte dürfen. Die Ausbildung Heigerts sei aber von der Vollzugsdirektion gefördert worden.

Dass Heigert ihr Handeln als Missbrauch erkannt und trotzdem gemacht habe, war laut dem Gericht nicht nachweisbar. "Wer soll denn einen Schaden erlitten haben, wenn die Lehrlinge sonst nur in die Luft geschaut hätten?" fragte Anwalt Manfred Ainedter bei seinen Schlussworten.

Staatsanwältin Gunda Ebhart gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.