Erstellt am 09. August 2014, 19:07

von Fritz Hauke

Wiener Neustadt ringt Austria Punkt ab. ​Der SCWN ging gegen die Wiener zwischenzeitlich in Führung, brachte das Remis über die Zeit.

„Lebenszeichen jetzt“, forderten die Neustädter Fans auf ihrem Banner – und bekamen es bereits vor dem Anpfiff: Heimo Pfeifenberger stellte von 3-5-2 auf 4-2-3-1 um. Zwölf Gegentore in den ersten drei Spielen und die Verletzung von Abwehrchef Dennis Mimm erleichterten dem Trainer diesen Schritt.

Beide Mannschaften standen vor der Partie unter Druck: Austria und der SC hatten den Saisonauftakt sieglos in den Sand gesetzt.
Wiener Neustadt stand tief, konzentrierte sich auf’s Kontern.
Thomas Pichlmann konnte erst im letzten Moment abgegrätscht werden, Freitag bekam einen Kainz-Freistoß per Kopf nicht scharf genug auf das Tor der Veilchen.

Der erste Treffer gelang der Wiener Austria. Neuzugang Omer Damari fing einen Schöpf-Fehlpass ab, ließ Deutschmann aussteigen und drosch die Kugel eiskalt in’s lange Eck – 0:1 (9.)
Die Pfeifenberger-Truppe wirkte verunsichert, fand keinen Zugriff auf die Partie. Tormann Thomas Vollnhofer bewahrte seine Vorderleute immer wieder vor einem Rückstand – gegen Damari in der 19. Minute in aller höchster Not.

Offensive schaffte den Ausgleich

In der Offensive lief bei Neustadt nichts – und kam trotzdem zum Ausgleich. Lindner patzte bei einem Rückpass, der Ball kam zu Daniel Schöpf. Der Mittelfeldmann machte seinen Fehler vor dem 0:1 wieder vergessen und schlenzte die Kugel mit seinem linken Fuß in’s lange Eck – 1:1 (23.)

Und plötzlich ging was: Schöpf legte mit einem Knaller vom Sechzehner nach, bei dem Lindner erst im Nachfassen für Sicherheit sorgen konnte. Mario Ebenhofer kurbelte über links, Rauter und Pichlmann gehörte das Zentrum.

Dann die 30. Spielminute. Schöpf schickt Rauter auf die Reise, die Austria-Abwehr verlässt sich auf die Fahne des Schiedsrichterassistenten – doch die bleibt unten. Rauter taucht ganz alleine vor Lindner auf und überlistet den Austria-Keeper mit seiner ganzen Routine – 2:1 (30.).

Mit der Rettung aus dem Stadion

Schockmoment für die Gäste: Markus Suttner musste verletzt raus, wurde mit dem Rettungswagen aus dem Stadion gebracht. Für den Außenverteidiger kam Thomas Salamon ins Spiel – der Bruder von Neustädter Julian Salamon.

Aufregung kurz vor der Pause. Zuerst wird dem SC nach Foul an Thomas Pichlmann ein Elfer verwehrt, bei der Aktion im Gegenzug holt Gorgon gegen Denner einen strittigen Strafstoß heraus. Der Ex-Neustädter Alexander Grünwald scheiterte im ersten Versuch an Tormann Thomas Vollnhofer, im Nachschuss machte er es besser – 2:2 (44.).

Nach dem Seitenwechsel war von der flotten Begegnung von Durchgang eins nichts mehr zu sehen. Thomas Vollnhofer zeichnete sich immer wieder bei den wenigen Austria-Offensivbemühungen aus. Auf der anderen Seite blieben zwei Ebenhofer-Schüsse harmlos.

Der Austria gingen die Ideen aus

Die Abwehr hält. Wiener Neustadt zementierte sich ein, versuchte in der Offensive nur über den eingewechselten Michael Tieber zum Erfolg zu kommen.

Der Austria gingen am gegnerischen 25er die Ideen aus – nur über gelegentliche Standardsituationen herrschte Gefahr. So auch in der 82. Minute. Vollnhofer lenkte einen De Paula-Freistoß mit dem Fingerspitzen über die Latte.

Kurz vor Schluss kam noch einmal Schwung in die Partie. Die Neustädter hatten Lunte gerochen und suchten ihre Heil in der Offensive. Getragen vom heimischen Publikum warf der SC noch einmal alles nach vorne. Die Austria antwortete mit langen Bällen. Die letzte Aktion im Spiel gehörte den Gastgebern: Ebenhofer brachte den Ball allerdings nicht mehr zum Mitspieler.

Für Wiener Neustadt war es der erste Punkt in dieser Saison.

Stimmen zum Spiel:
 

SCWN-Trainer Heimo Pfeifenberger:

„Ganz wichtig, gegen einen Großen anzuschreiben. Ein Erfolgserlebnis, das jede Mannschaft braucht. Nach dem frühen Rückstand haben wir uns zurückgekämpft. Einige Spieler brauchen sicher noch Substanz, die werden sie bekommen. Zur Systemumstellung: Es ist eigentlich egal, welches System wir spielen – die Mentalität muss passen. Ich hatte aber schon das Gefühl, dass das alte System den Burschen mehr Sicherheit gibt.“
 

Daniel Schöpf (Torschütze 1:1, Assistgeber 2:1, Wiener Neustadt):

„Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich zuletzt vier Scorerpunkte in zwei Partien gemachte habe. Viel wichtiger ist aber, dass wir heute den ersten Punkt geholt haben und kompakt aufgetreten sind.“
 

Austria-Trainer Gerald Baumgartner:

„Wir haben das Spiel am Anfang dominiert, aber auch den Gegner wieder zurück gebracht. Die Mannschaft hat trotzdem gezeigt, wie sehr sie den Sieg wollte. Gratulation an Wiener Neustadt, wie sie sich verteidigt haben.“