Erstellt am 07. November 2016, 01:11

Nestroy-Theaterpreise wurden verliehen. Zum 17. Mal sind am Montagabend die Nestroy-Theaterpreise verliehen worden.

Die besten Leistungen der vergangenen Saison werden geehrt  |  APA (Symbolbild/Archiv)

Als erstes wurde Nikolaus Habjan geehrt, er erhielt im Wiener Ronacher den ORF III-Publikumspreis. Beste Nachwuchsschauspielerin ist Julia Gräfner, ihr männliches Pendant ist der deutsch-kroatische Schauspieler Luka Dimic.

Die Gala, durch die heuer Steffi Krautz und Markus Meyer führen, begann mit einer musikalischen Einlage eines Swingsextetts und zahlreichen Wortspielereien des Moderatorenduos. Danach ging es aber schnell in medias res und wurden Statuetten verteilt. Gräfner, die 1989 in Schwerin geborene Darstellerin, wurde für ihre Leistung in Shakespeares "Der Sturm" am Schauspielhaus Graz prämiert, wo sie Caliban gab. Dimic glänzte am Theater der Jugend in der Titelrolle von Wolfgang Herrndorfs Romanadaptierung "Tschick".

Bereits im Voraus bekannt war der Nestroy für Harald B. Thor, dessen Ausstattung von Maxim Gorkis "Wassa Schelesnowa" am Burgtheater die Jury überzeugen konnte. Der Bundesländer-Preis ging heuer nach St. Pölten, konnte sich doch das Landestheater Niederösterreich mit "Lichter der Vorstadt" nach Aki Kaurismäki in einer Inszenierung von Alexander Charim durchsetzen. Dieser bedankte sich in einer sehr persönlichen Rede nicht nur bei seinem Team, sondern meinte auch: "Theater ist vielleicht ein Ort, um eine Wahrheit zu erzählen. Und dieser Preis ist für mich ein bisschen die Bestätigung, dass ich hier Platz habe, um meine Wahrheit zu erzählen."

Politisch wurde es dann beim Preis für die beste Off-Produktion, den sich das bereits im Vorjahr nominierte aktionstheater ensemble rund um Martin Gruber sichern konnte. Das Team punktete mit "Kein Stück über Syrien", eine trotz des Titels in aktuelle Wunden greifende Produktion über das Helfen und Helfenwollen in Zeiten von Flucht.

Für die beste Nebenrolle wurde wiederum Martin Reinke geehrt. Er hatte in Joel Pommerats "Die Wiedervereinigung der beiden Koreas" am Akademietheater immerhin sechs Figuren zu stemmen. 1993 habe er in Wien sein Debüt gegeben. "Seitdem führen mich alle Wege immer wieder nach Wien, und ich würde sagen: Heute bin ich angekommen."

Der Spezialpreis ging an eine Kooperation der Wiener Festwochen mit dem Volkstheater: Hier könnte man meinen, die Jury sei auf den Hund gekommen, konnten sich doch Signa und Arthur Köstler (SIGNA) mit "Us Dogs" durchsetzen - einem ein ganzes Haus in Wien bespielenden Unterfangen, das im Sommer die animalischen Züge des Menschen auf höchst direkte Weise hervorgekehrt hat. Von Signa Köstler gab es dementsprechend auch ein "Wuff!" als Dankeschön an die Jury, das Publikum sowie das umfangreiche Ensemble und Team der Produktion.

Zwei weitere Preisträger standen bereits vor Beginn fest: Frank Castorf wird für sein Lebenswerk geehrt, der Autorenpreis geht an Yael Ronen für "Lost and Found" (Volkstheater).