Erstellt am 27. Mai 2014, 12:31

Winter mit Gästeplus aber Minus bei Nächtigungen. In der abgelaufenen Wintersaison haben zwar mehr Menschen einen Urlaub in Österreich gebucht, sie sind aber weniger lange geblieben.

So stieg zwar die Zahl der Gäste (November bis April) um 0,8 Prozent auf 16,87 Millionen, die Zahl der Nächtigungen fiel aber um gut eine Million auf 64,46 Millionen. Grund dafür laut Wirtschaftsminister Mitterlehner waren die "herausfordernden Wetterbedingungen". 

Der April habe dank des späten Ostertermins "ein starkes Finish" für die Wintersaison gebracht. Beschneiungsanlagen und moderne Lifte hätten stärkere Einbußen verhindert. Nun setzt Mitterlehner auf die Sommersaison. "Jetzt geht es darum, diesen Rückenwind mitzunehmen und die Sommersaison optimal zu nutzen", empfiehlt Mitterlehner.

Sowohl Inländer als auch Ausländer buchten im Winterhalbjahr 2013/14 laut Statistik Austria weniger Nächtigungen als in der Vorjahresperiode, wobei sich der Rückgang durch alle Hotel-Kategorien und privaten Quartiere zog, am stärksten aber bei den Privatquartieren und billigen Hotels (2- und 1-Stern-Betriebe) durchschlug. Zuwächse gab es lediglich bei gewerblichen Ferienwohnungen.

Deutlichster Zuwachs in Wien

Richtig zugelegt hat im abgelaufenen Winter nur Wien mit einem Zuwachs bei den Übernachtungen von 6,35 Prozent. Ein leichtes Plus gab es auch im Burgenland (2,8 Prozent) und in der Steiermark (1,0 Prozent), alle anderen Bundesländer verzeichneten weniger Übernachtungen. Wobei Salzburg (-2,5 Prozent) und Tirol (-3,4 Prozent) trotz dieser Rückgänge weiter 61,2 Prozent aller Winternächtigungen für sich verbuchten.

Bei Österreichern gab es einen Rückgang um 1,0 Prozent auf 15,08 Millionen, bei Ausländern um 1,9 Prozent auf 49,37 Millionen Übernachtungen. Gerade aus Deutschland wurden um 4,3 Prozent weniger Nächtigungen gebucht, aber auch die Briten (- 1,8 Prozent), Niederländern (-1,3 Prozent) und Dänen (-1,2 Prozent) fragten weniger Hotelbetten nach. Dafür übernachteten Gäste aus den USA (+ 7,9 Prozent), Polen (+5,3 Prozent) und Belgien (+2,1 Prozent) deutlich öfter.

Auch wenn die jüngste Wintersaison einen Rückgang der Nächtigungen um eine Million gebracht hat - im langjährigen Trend holt der Wintertourismus im Vergleich zum Sommerurlaub auf. Seit der Saison 1993/94 haben die Winternächtigungen um rund 11,5 Mio. auf heuer 64,5 Mio. zugelegt, die Sommernächtigungen fielen hingegen von 1993 bis 2013 um 7,12 Mio. auf 66,46 Millionen.

Sommerurlaub in Österreich ist in den vergangenen zwanzig Jahren nur für Ausländer weniger attraktiv geworden, ihre Nächtigungen gingen von 55,2 Mio. auf 46 Mio. zurück. Die Inländernächtigungen legten hingegen von 18,36 Mio. auf 20,45 Mio. Auch sank die durchschnittliche Übernachtungsdauer im Winter weniger stark: von 5,2 Tagen auf 3,8 Tage, während im Sommer die Aufenthaltsdauer von 5,0 auf nur mehr 3,3 Tage zurückging.

Im Kalenderjahr 2014 (Jänner bis April) sanken die Ankünfte bisher um 0,2 Prozent auf 12,10 Millionen und die Nächtigungen um 3,3 Prozent auf 49,49 Millionen zurück. Vor allem deutsche Gäste blieben aus, ihre Übernächtigungen fielen um 6,9 Prozent auf 19,06 Millionen.