Erstellt am 23. Oktober 2014, 15:00

Wintersport dominiert "Sportler des Jahres"-Wahl. Der Kandidatenkreis für die Wahl zu Österreichs Sportler des Jahres wird 2014 von Wintersport-Athleten beherrscht. Unter den Top 5 bei Herren und Damen finden sich abgesehen von David Alaba nur Wintersportler.

Der Fußball-Profi könnte wie Anna Fenninger zum zweiten Mal in Folge gewinnen. Die Sieger werden bei der Lotterien-Gala "Nacht des Sports" am 30. Oktober (20.15 Uhr/live in ORF eins) geehrt.

Die fünf "Finalisten" der einzelnen Kategorien wurden am Donnerstag in Wien bekannt gegeben, die Sieger werden bis zur Gala am kommenden Donnerstag, die von der Österreichischen Sporthilfe erneut im Austria Center Vienna veranstaltet wird, geheim gehalten. Gewählt wurden die Preisträger heuer zum 66. Mal von den Mitgliedern der Journalistenvereinigung Sports Media Austria (SMA) - mit einer Ausnahme: Der "Aufsteiger des Jahres" wird von den Fans gewählt, die noch bis 26. Oktober auf und abstimmen können.

Diethart gleich dreimal nominiert

Unter Alabas Konkurrenten finden sich mit Marcel Hirscher, Mario Matt und Matthias Mayer drei alpine Ski-Stars sowie Skispringer Thomas Diethart. Hirscher gewann heuer zum dritten Mal in Folge den Gesamt-Weltcup - ein Kunststück, das ihm als erstem Österreicher gelang und das überhaupt erst drei Fahrer realisierten. Zudem holte er bei den Spielen in Sotschi mit Slalom-Silber seine erste Olympia-Medaille.

Geschlagen wurde Hirscher im Februar lediglich von Matt, der seine Ausnahme-Karriere mit seiner ersten Olympia-Goldenen krönte. Mayer raste in Sotschi zum Abfahrtssieg, der Kärntner wurde damit zum ersten österreichischen Olympiasieger in der Königsdisziplin seit Fritz Strobl 2002.

Alaba gewann heuer mit dem FC Bayern München die Deutsche Meisterschaft wie auch den DFB-Cup, dazu etablierte er sich endgültig als absolute Leitfigur im ÖFB-Nationalteam. Der Wiener wäre der erste Sportler seit Hermann Maier (Gewinner 1998, 1999, 2000, 2001), der seinen Sieg im darauffolgenden Jahr wiederholt.

ÖSV-Damen haben die Nase vorne

Bei den Damen kommen die Anwärterinnen mit Fenninger, Marlies Schild, Nicole Hosp (alle Ski alpin), Julia Dujmovits (Snowboard) und Daniela Iraschko-Stolz (Skispringen) ausnahmslos aus dem Wintersport-Lager. Als Favoritin gilt Fenninger, die 2014 neben dem Gesamt-Weltcup auch Olympia-Gold im Super G sowie -Silber im Riesentorlauf gewann. Die Salzburgerin könnte wie zuletzt Schwimmerin Mirna Jukic (Siegerin 2008 und 2009) ihren Titel wiederholen. Olympiasiegerin darf sich auch Dujmovits nennen, die in Sotschi im Snowboard-Parallelslalom triumphierte.

Bei der "Mannschaft des Jahres" ergibt sich ein etwas bunteres Bild. Die 470er-Segel-Weltmeisterinnen Lara Vadlau/Jolanta Ogar matchen sich in dieser Kategorie mit den Rodel-Brüdern Andreas und Wolfgang Linger (Olympia-Silber), den bei den Olympischen Spielen versilberten ÖSV-Skispringern (Michael Hayböck, Thomas Diethart, Thomas Morgenstern, Gregor Schlierenzauer), den Biathlon-Herren (Christoph Sumann, Daniel Mesotitsch, Simon Eder und Dominik Landertinger), die in Sotschi Bronze eroberten, und Fußball-Meister Red Bull Salzburg.

Die drei Kandidaten für den "Aufsteiger des Jahres" sind Diethart, Schwimmerin Lisa Zaiser und Turner Vinzenz Höck. Diethart gewann heuer als 21-Jähriger die Vierschanzen-Tournee, die 20-jährige Zaiser schwamm im August sensationell zu EM-Bronze über 200 m Lagen. Höck errang seinen größten Erfolg im Mai, als er - mitten im Maturastress steckend - Junioren-Europameister an den Ringen wurde.

Der 18-jährige Steirer wurde von ORF-Sportchef Hans Peter Trost, der auch als Präsident von Sports Media Austria fungiert, dementsprechend als "Herr der Ringe" tituliert. Vom ORF wird die Gala-Nacht zum zweiten Mal in Folge live im Hauptabendprogramm übertragen, im vergangenen Jahr waren zu Spitzenzeiten rund 560.000 Zuschauer dabei. "Das ist eine enorme Wertschätzung für den österreichischen Sport", sagte Trost.

Zum Show-Unterhaltungsprogramm zählen diesmal Auftritte der Sänger Andreas Bourani und Milow sowie eine Tanzeinlage von Vadim Garbuzov und Kathrin Menzinger. Als Laudatoren treten unter anderem Robert Kratky, Gregor Seberg, Doris Schretzmayer und Reinhard Nowak auf. "Wir haben unser Bestes gegeben, um einen würdigen Rahmen für die Athletinnen und Athleten zu schaffen und sie für ihre großartigen Leistungen in der vergangenen Saison auszuzeichnen", sagte Sporthilfe-Geschäftsführer Anton Schutti.