Erstellt am 22. Mai 2014, 12:26

von APA/Red

Wolf in Kärnten von Landwirt erlegt. Ein Wolf ist in Greifenburg (Bezirk Spittal) in Kärnten von einem Bauern erlegt worden. Das Wildtier soll zuvor mehrere Schafe des Landwirtes gerissen haben.

Der Wolfskadaver wird nun veterinärmedizinisch untersucht, sagte der für Jagdfragen zuständige Landesrat Christian Ragger.

In Kärnten waren in den vergangenen Jahren immer wieder vereinzelt Wölfe gesichtet worden, nachdem das Tier im 19. Jahrhundert ausgerottet worden war. "Der Wolf wurde von dem Bauern, der auch Jäger ist, am Hof erwischt", sagte Ragger. Wölfe seien zwar grundsätzlich geschützt, der Landwirt habe jedoch lediglich sein Eigentum verteidigt. "Aus derzeitiger Sicht hat er rechtlich keine Übertretung begangen", sagte Ragger.

"Wir werden künftig verstärkt diskutieren müssen, wie wir mit neu zugewanderten Wildtieren umgehen", meinte Ragger. Im vergangenen Jahr seien alleine in Kärnten 15 Bären, Luchse und auch vereinzelt Wolfe gesichtet worden. "Ich plädiere dafür, in der Debatte einen kühlen Kopf zu bewahren", so Ragger. Landwirte müssten eine Entschädigung für gerissene Tiere erhalten, "Problemtiere" müssten erlegt werden dürfen, forderte der Politiker.

Wolf schlich sich in Schafstall

Der Wolf ist laut Polizeiangaben zuvor in den Stall des Bauernhofes eingedrungen. "Es ist bedauerlich und traurig, dass ein Wolf erlegt worden ist. Der Landwirt war aber offenbar in einer Extremsituation, es ist niemandem ein Vorwurf zu machen", sagte der für Naturschutz zuständige Landesrat Rolf Holub (Grüne).

Laut Polizei hatte der Sohn des Bauern gegen 20.00 Uhr ein Tier beobachtet, das in den Schafstall schlich. Er verständigte daraufhin seinen Vater. Der wiederum holte sein Jagdgewehr und erlegte den Eindringling. Erst danach stellte sich heraus, dass es sich um einen Wolf gehandelt hatte. Bei der Polizei wurde wegen des Vorfalls aber jedenfalls Anzeige erstattet, da es sich bei einem Wolf um ein geschütztes Tier handelt.

"Viele Wildtiere kommen zurück, und das ist gut so", meinte Holub. Die Menschen müssten nun aber wieder lernen, mit den "Rückkehren" umzugehen. Dazu seien noch viele "bewusstseinsbildende Maßnahmen" notwendig. In Bezug auf Bären etwa sei diesbezüglich in Kärnten schon vieles geschehen, so Holub.