Erstellt am 06. Februar 2015, 12:20

Wolfgang Auer neuer Vizechef des Team Stronach. Wolfgang Auer heißt der neue Vizeparteichef des Team Stronach, das teilten die bisherige Klubchefin Kathrin Nachbaur sowie Parteigründer und Obmann Frank Stronach am Freitag bei einer Pressekonferenz mit.

Auer ist Arzt und Unternehmer aus der Steiermark. Neue Klubchefin ist - wie sich bereits abgezeichnet hat - Waltraud Dietrich. Die bisherige Statthalterin Stronachs und Klubobfrau, Kathrin Nachbaur, bekommt in Kürze ein Kind. Wie schon im Herbst vergangenen Jahres bekannt gegeben, zieht sie sich aus beiden Positionen zurück und will sich auf ihre Rolle als Wirtschaftssprecherin im Klub und den neuen Lebensabschnitt konzentrieren. Nach einer Mitgliederversammlung Donnerstagabend und einer Klubsitzung am Freitag in der Früh wurden die Personalentscheidungen bekannt gegeben.

Auer wird die Partei als Spitzenkandidat in die steirische Landtagswahl führen. Parteigründer Frank Stronach zeigte sich bei der Pressekonferenz am Freitag ermutigt durch die Personalveränderungen. Kathrin Nachbaur gab dabei auch bekannt, dass sie die Leitung der Parteiakademie an die Abgeordnete Ulla Weigerstorfer abgibt.

"Total unabängige" Person aus Wirtschaft gesucht

Stronach erklärte bei der Pressekonferenz, er sei auf der Suche gewesen, nach einer Person aus der Wirtschaft, "die total unabhängig ist". Bei dieser Suche sei er immer wieder "enttäuscht" und "traurig" gewesen, da ihm potenzielle Kandidaten sagten, "deine Ideen kann ich befürworten, aber in die Politik geh' ich nicht rein, so dumm bin ich nicht". So bekam Waltraud Dietrich den Auftrag, jemanden zu finden, "der die Werte tragen kann, für die wir stehen", so der Parteichef weiters. Über Monate habe er in weiterer Folge mit Auer gesprochen und ihn kennengelernt. "Es freut mich, dass Wolfgang diesen Entschluss gefasst hat", Österreich werde ihm noch einmal dafür danken, meinte der Milliardär.

Auer stellte sich als 52-jähriger Arzt und Unternehmer vor, der wie Stronach aus der Steiermark stammt. Auf die ihm aus seinem Umfeld gestellte Frage, warum er sich "das antut", meinte er: "Aus Überzeugung." Vom Parteichef zeigte er sich beeindruckt und verwies auf die zigtausenden Arbeitsplätze, die dieser geschaffen habe und dessen soziales Engagement: "Wie wäre der Wirtschaftsstandort Steiermark ohne Stronach?" Wie mit diesem in der Öffentlichkeit aber zum Teil umgegangen wurde, habe ihm leidgetan.

"Team Stronach hat die Intensivstation verlassen"

Stronach habe nicht selbst in der Politik operativ einsteigen wollen - hier sei er falsch verstanden worden: "Er wollte in Österreich eine Bewegung initiieren, das ist ihm gelungen und ich will das weiterführen", so Auer. Über den "Patient Team Stronach" stellte der Arzt und neue Vizechef einen Vergleich aus der Medizin an: "Das Team Stronach hat die Intensivstation verlassen." Die intensivmedizinischen Maßnahmen haben gegriffen, man befinde sich auf dem Weg zur Allgemeinmedizin. Es seien einstimmige Entscheidungen getroffen worden, die Partei sei geeint und diese Basis biete eine gute Ausgangsposition für die Zukunft, betonte Auer.

Die neue Klubchefin Waltraud Dietrich stellte fest: "Heute ist ein ganz spannender Augenblick für das Team Stronach. Wir sind stürmische Zeiten durchfahren, schön langsam kommen wir in ruhigere Gewässer." Nun könne man sich wieder dem Ziel widmen, das System in Österreich zu verändern. Man habe viele Gespräche geführt und sie zeigte sich überzeugt, nun die richtigen Lösungen gefunden zu haben. Sowohl in der Mitgliederversammlung als auch im Klub habe es einstimmige Beschlüsse gegeben: "Wir sind geeint und als Gruppe gestärkt." Sie selbst sei es gewohnt, Verantwortung zu übernehmen und zu tragen und versprach, "alles daran zu setzen, den Bürokratiemoloch abzubauen".

Antreten bei Landtagswahlen offen

Bei ihrer Vorgängerin Kathrin Nachbaur bedankte sich Dietrich und überreichte ihr ein Babypaket - in neutralem beige gehalten. Auch Stronach sprach Nachbaur seinen Dank für ihren Einsatz aus und meinte: "Zum guten Glück hast du den Humor nicht verloren."

Das Antreten bei den diesjährigen Landtagswahlen ist - bis auf die Steiermark, wo Auer Spitzenkandidat wird - weiterhin offen. "Das ist noch immer ein Thema, wir befassen uns stark damit", erklärte Stronach. In den nächsten Wochen soll es dazu Entscheidungen geben, auch über das Burgenland, wo es als erstes Landtagswahlen gibt. Ob und wie viel Geld es für den steirischen Wahlkampf geben wird, sei ebenfalls noch Gesprächsgegenstand, meinte er auf Nachfrage. Auer sieht sich als Teamplayer, will sich zuerst ein Bild machen und räumte ein: "Ich bin nicht der große Wunderwuzzi." Bei der steirischen Wahl erhofft er sich dennoch einen "großen Erfolg", nämlich den Einzug in den Landtag. Eine Prozent-Ansage wollte er aber nicht machen.

Nachbaur: "Als Obfrau vieles gelungen"

Nachbaur erklärte, sie trete nun nach ihrer Funktion als Vizeobmann wie angekündigt auch als Klubchefin zurück: "Das hat gute Gründe und passt gut in die Lebensplanung." Trotz einiger Herausforderungen sei ihr als Klubobfrau vieles gelungen und sie habe die Funktion gerne ausgeübt. Dietrich wünschte sie für ihre neue Aufgabe "sehr viel Erfolg", man werde auch weiterhin gut zusammenarbeiten.

Dass sie mit Parteichef Frank Stronach "nicht immer ganz einer Meinung" gewesen sei, sei "kein Geheimnis", aber "es führen mehrere Wege nach Rom". Die Differenzen räumte auch Stronach ein: "Es ist ganz natürlich, dass man manchmal anderer Ansicht ist." Stronach habe viel für das Land getan, "Österreich liegt ihm am Herzen, das weiß ich", so Nachbaur.

Der Parteichef wolle seine Ideen und seine Erfahrung einbringen: "Dafür gebührt ihm Respekt und Anerkennung." Nachbaur gab weiters bekannt, dass Ulla Weigerstorfer ihre Funktion als Präsidentin der Parteiakademie übernimmt: "Ich wünsche ihr viel Glück bei der Erfüllung dieser Aufgabe."