Erstellt am 03. April 2014, 15:51

Wortgefechte zwischen Israelis und Palästinensern. US-Außenminister Kerry hat die Spitzenvertreter Israels und der Palästinenser gemahnt, bei den Friedensgesprächen Führungsqualitäten zu zeigen.

Die Verantwortung für die Rettung der Friedensgespräche liege bei Israels Regierungschef Netanyahu und dem palästinensischen Präsidenten Abbas, sagte Kerry am Donnerstag in Algier nach Angaben des State Departments.

In der Nacht flogen die Fetzen

Unterhändler beider Seiten lieferten sich unterdessen während einer neunstündigen Nachtsitzung nach Medienberichten heftige Wortgefechte und überzogen sich gegenseitig mit Drohungen. Kerry hatte die Ende Juli vergangenen Jahres begonnenen Friedensgespräche eingefädelt und seither unermüdlich als Vermittler begleitet.

"Am Ende, meine Freunde, kann man schieben und drängen, aber es sind die Parteien selbst, die die grundlegenden Entscheidungen und Kompromisse ermöglichen müssen, die Anführer müssen führen", sagte er.

Bei dem nächtlichen Treffen zwischen den Unterhändlern beider Seiten, Tzipi Livni für Israel und Saeb Erekat für die Palästinenser, flogen aber offenbar die Fetzen. Nachdem Erekat betont habe, er spreche "im Namen des von der UNO anerkannten Staates Palästina" und nicht im Namen der unter der Fuchtel Israels stehenden palästinensischen Autonomiebehörde, drohte Livni mit "endlosen" Sanktionen gegen die Palästinenser.

US-Vermittler besänftigte vergeblich

Erekat habe daraufhin nachgelegt: die Palästinenser würden Israelis dann auf allen internationalen Foren als Kriegsverbrecher anprangern, meldete die Nachrichtenagentur Maan. Besonders gefährlich für Israelis könnten Strafverfahren vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen der Siedlungs- und Besatzungspolitik werden. US-Vermittler Martin Indyk habe vergeblich versucht, die Gemüter zu besänftigen.

Die Palästinenserführung hatte am Mittwoch Vertretern der Vereinten Nationen sowie der Schweiz und der Niederlande Urkunden über den Beitritt zu 15 internationalen Abkommen übergeben. Damit tragen sie ihren Kampf um einen eigenen Staat und ein Ende der israelischen Besatzung wieder auf das internationale Parkett.

Abbas begründete sein Vorgehen damit, dass Israel sich nicht an eine Vereinbarung gehalten habe, wonach bis Ende März 26 palästinensische Häftlinge freigelassen werden sollten.