Erstellt am 12. März 2015, 14:50

Zahl der angezeigten Straftaten gesunken - mehr Einbrüche. Im Vorjahr hat es österreichweit um 3,4 Prozent weniger angezeigte Straftaten als im Jahr 2013 gegeben.

In der am Donnerstag im Innenministerium in Wien präsentierten Kriminalstatistik 2014 wurden insgesamt 527.692 Fälle erfasst. Die Aufklärungsquote blieb mit 43,1 Prozent im Jahresvergleich unverändert. Um 3,4 Prozent gestiegen sind allerdings die Wohnraumeinbrüche auf insgesamt 17.109 Fälle.

Im Zehn-Jahres-Vergleich wurde die niedrigste Zahl an Delikten verzeichnet, erläuterte Konrad Kogler, Generaldirektor für die Öffentliche Sicherheit. 2005 gab es von der Polizei noch rund 604.000 Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft und den Gerichten. Auch an den Landesgrenzen verbesserte sich die Situation. Im Burgenland habe es beispielsweise bei der "grenzspezifischen Kriminalität" einen Rückgang der Anzeigen um knapp ein Fünftel gegeben, sagte Franz Lang, der Direktor des Bundeskriminalamtes (BK).

47 Einbrüche pro Tag

Rund 47 Einbrüche in Wohnhäuser und Wohnungen gab es im Vorjahr pro Tag in Österreich. Das bedeutet einen Zuwachs um 3,4 Prozent zum Jahr 2013. Zurückzuführen sei dies auf einen starken Anstieg Anfang 2014, sagte Ernst Geiger, Leiter der Abteilung Ermittlungen, Allgemeine und Organisierte Kriminalität im BK. Zudem waren im Vorjahr reisende Tätergruppen Richtung Westen durchgezogen, die erst in Oberösterreich und Salzburg aktiv waren nun vor allem die Polizei in Bayern beschäftigen. Einen starken Zuwachs gab es bei Einbrüchen in Häuser, die Zahl der Wohnungseinbrüche ist hingegen gesunken.

Als Reaktion wurden Hotspots lokalisiert und neue Fahndungsmaßnahmen ergriffen, die Geiger aus taktischen Gründen nicht näher erläuterte. Diese hätten jedenfalls Wirkung gezeigt, sodass im nächsten Jahr wieder eine "wesentliche Verbesserung" der Statistik erwartet wird, ergänzte Lang.

Die Einbrüche fassen die Kriminalisten mit Kfz-Diebstahl, Gewalt, Cybercrime und Wirtschaftsdelikten zu den sogenannten "Big Five" zusammen. Das sind laut Lang "jene Deliktsgruppen, die die Bürger besonders betreffen und Interessieren". Kraftfahrzeuge wurden 3.347 gestohlen. Das waren österreichweit rund neun am Tag und ein Rückgang um 13,8 Prozent.

110 Gewaltdelikte täglich angezeigt

Rund 110 Gewaltdelikte wurden täglich angezeigt, ein Minus von 5,1 Prozent. Insgesamt wurden 40.184 Fälle gezählt. Lang hofft j2015 wieder das Niveau von 2005 mit weniger als 39.000 Anzeigen erreichen zu können. Bei den Tötungen gab es laut Geiger so wenige wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen und eine Aufklärungsquote von 89,5 Prozent. 38 Fälle waren es im Vorjahr nach 52 im Jahr 2013 und 82 Tötungen 2012. Versuchte Tötungen wurden 69 registriert.

Wegen vorsätzlicher Körperverletzung wurden 37.659 Anzeigen erstattet, ein Minus von 4,7 Prozent. Auch bei Delikten gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung gab es einen Rückgang auf 2.418 Fälle. Durchschnittlich alle vier bis fünf Tag gab es im Jahr 2014 einen Bankraub. Die 79 Anzeigen waren im Jahresvergleich ein Fünftel weniger. Knapp Dreiviertel der Banküberfälle wurden geklärt. Auch bei den Tankstellenüberfällen wurde ein Minus von 57 Prozent verzeichnet. Die Raubdelikte in Juweliergeschäfte stiegen dagegen von 24 auf 27 Anzeigen. Hier "sind wir immer noch gefordert", sagte Geiger.

Rückgang bei Cybercrime

In Sachen Cybercrime gab es 8.966 Anzeigen - ein Rückgang von 10,8 Prozent. Erstmals seit fünf Jahren sank hier vor allem das Delikt des Internetbetrugs um 13,5 Prozent auf 6.635 Fälle. Dabei ging allerdings auch die Aufklärungsquote von 45,2 auf 40,8 Prozent zurück.

Der Bereich der Wirtschafts-, Betrugs- und Urkundendelikte ging im Vorjahr um ein Zehntel auf 49.620 Anzeigen zurück. In 2.629 Fällen wurden insgesamt 39,2 Millionen Euro für die Geschädigten gesichert, erläuterte Rudolf Unterköfler, Leiter der Abteilung Wirtschaftskriminalität.

Sogenannte Wirtschaftsgroßverfahren machen zwar nur 2,2 Prozent der gesamten Wirtschaftskriminalität aus, dabei geht es laut Unterköfler aber um Milliardenschäden. Allein bei der Hypo in Kärnten seien rund sechs Milliarden Euro im Spiel. Wichtig sei dabei eine Verfolgung der Delikte rund um den Globus. Dafür seien mehr Ressourcen und entsprechendes Know-how nötig, vor allem durch die heuer in Kraft getretene StPO-Reform, die Ermittlungen der Staatsanwälte ein Zeitlimit von drei Jahren setzt.

Den Rückgang bei der Gesamtkriminalität führte Kogler auf die Zusammenarbeit mit Wirtschaft, Wissenschaft und Bevölkerung zurück. Bei der Bekämpfung des Handyraubs habe es beispielsweise Kooperationen mit Mobilfunkanbietern gegeben. In Sachen Metalldiebstahl wurde der Kontakt zu den ÖBB und Metallhändlern gesucht. Diese Zusammenarbeit soll weiter verstärkt werden.