Erstellt am 04. September 2016, 14:42

300.000 Besucher bei Airpower und Zusage für Neuauflage. Die Flugshow Airpower in der Steiermark am Freitag und Samstag, veranstaltet von Heer, Red Bull und dem Land, hat über 300.000 Besucher angezogen. Darunter waren auch "Hausherr" Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) und sein schwedischer Kollege Peter Hultqvist sowie die Präsidentschaftskandidaten Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer. Die Einsatzkräfte meldeten kaum Zwischenfälle.

 |  APA (FEUERWEHR APFELBERG/Thomas Zeiler)

Zwei Tage gab es jeweils mehr als neun Stunden Programm mit 240 Luftfahrzeugen aus rund 20 Nationen - vom Heißluftballon über modernste Kampfjets der Typen Eurofighter, MiG-29 oder F-18 bis zum schweren Transporter Airbus A400M. Dazu flogen Teilnehmer von Norwegen über Großbritannien bis Polen und Tschechien am Fliegerhorst Hinterstoisser in Zeltweg im obersteirischen Murtal ein. Das Wetter hielt an beiden Tagen, nicht zu heiß und wolkenloser bis heiterer Himmel.

Einer der Höhepunkte war der Formationsflug aller je bei Österreichs Luftstreitkräften eingesetzten Jets: Eine Schweizer DeHavilland Vampire, eine deutsche Fouga Magister, aus Schweden eine Saab J-29 Fliegende Tonne bzw. ein Saab 35 Draken und eine Schweizer F-5 Tiger sowie aus Österreich ein Eurofighter und eine Saab 105 Oe - so eine gemeinsam geflogene "gemischte Staffel" wird es laut Flugexperten wohl nie mehr geben. Draken und Tonne werden von der Swedish Air Force Heritage noch aufwendig flugfähig gehalten, die Zusage für die Teilnahme der Schweizer F-5 kam gerade zwei Wochen vor Beginn der Airshow.

Das Bundesheer demonstrierte in Zusammenarbeit aller "fliegenden Verbände" - Luftwaffe Jägerbataillon 25 und Jagdkommando - seine Fähigkeiten zur Geiselbefreiung aus der Luft. Zwei Eurofighter zeigten in einem Demo-Flight die Routine der Luftraumüberwachung: Die Jets fingen ein nicht identifiziertes Flugzeug - eine Hercules C-130 G - ab und zwangen sie zur Landung. Applaus aus Zehntausenden Händen gab es für die farbenfrohen Kunstflug-Darbietungen der italienischen Publikumslieblinge Frecce Tricolori, für die spanische Patrulla Aguila, die kroatischen und Schweizer Propeller-Aerobatic Teams sowie die Patrouille de France, die ihr Airpower-Debüt gaben und sofort versprachen, wiederzukommen.

Zu einem Besuch "flogen" am Samstag auch die beiden Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer (FPÖ) und Alexander Van der Bellen ein und besuchten die Airshow. Sofort waren sie beliebte Selfie-Motive, bevor sie in der Menge - wohl ungeplant - aufeinandertrafen und einen Händedruck wechselten.

Doskozil und sein schwedischer Kollege Hultkvist waren am Freitagabend in Graz aufeinandergetroffen und hatten über Kooperation und Erfahrungen in den Bereichen Sicherheit und Migration konferiert. Am Samstag besuchten beide die Airpower. Doskozil betonte den wirtschaftlichen Faktor für die Region durch die Airpower und ihren Werbewert für das Bundesheer als auch für Personalanwerbemaßnahmen. Er versprach weitere Flugshows - wann die nächste sein werde, konnte er noch nicht sagen. Wegen des aufgrund des Brexit vorgezogenen EU-Vorsitzes Österreichs 2018 dürfte die nächste Veranstaltung wohl erst in drei Jahren stattfinden, sagten Bundesheer-Insider.

Das Thema Sicherheit wurde bei der Veranstaltung bei freiem Eintritt erstmals massiv gehandhabt. Kampfpanzer vom Typ Leopard sicherten Kreuzungen rund um das Fliegerhorstgelände. Von über 4.000 eingesetzten Soldaten waren allein 2.000 für Sicherheits- und Personenkontrollen zuständig. Diese wurden lückenlos durchgeführt, weshalb es zu Wartezeiten beim Zutritt zum Fliegerhorst kam - auch Soldaten wurden kontrolliert.

Der Projektleiter der Flugshow Airpower, Oberst Peter Schinnerl, zeigte sich am Samstag "total happy" über den Verlauf. Das Sicherheitskonzept mit den Personenkontrollen habe sich bewährt. "Ich habe mit vielen Besuchern gesprochen und nicht einen getroffen, der sich negativ über die Kontrollen geäußert hätte", sagte Schinnerl zur APA.

Die Einsatzorganisationen waren bei den "Tagen des Donners", wie es ein Feuerwehrmann nannte, zwar auf Trab, aber Zwischenfälle gab es kaum. Ein schwerer Verkehrsunfall auf der Murtalschnellstraße (S36) sorgte am Freitagvormittag für Staus, ansonsten gab es polizeilich kaum Einsatzgründe: "Bei unseren Runden am Gelände sind wir fast ausschließlich auf gut gelaunte, friedliche Menschen gestoßen", sagte ein Polizist am Sonntag zur APA. Auch die rund 110 pro Tag eingesetzten Feuerwehrmänner hatten neben der Hilfe nach dem Unfall nicht Spektakuläres zu tun: Die Feuerwehr Zeltweg musste eine Person aus einem mobilen WC befreien.