Erstellt am 08. Mai 2015, 18:29

von APA/Red

Heinisch-Hosek zog zufriedene Zwischenbilanz. Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hat ein zufriedenes Zwischenresümee über den Ablauf der ersten vier Tage der standardisierten Reifeprüfung (Zentralmatura) gezogen.

Für die nächste Woche anstehenden Klausuren sei sie ebenfalls "vorsichtig positiv" gestimmt, erklärte sie anlässlich eines überraschenden Besuchs bei Französisch-Maturanten in Wien.

Bei der Zentralmatura handle es sich tatsächlich um einen "riesigen Umbruch". Die täglichen Berichte, in denen das Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) darüber informierte, ob alle Schulen die jeweils nötigen Aufgabenhefte erhalten haben, habe sie mit "positiver Nervosität" erwartet, so Heinisch-Hosek. Es sehe bisher danach aus, dass es mit Blick auf die kommenden Jahre keine großen Änderungen im Ablauf brauche. Auch für die Mathematik-Klausuren am Montag gab sie sich optimistisch.

Sie freue sich vor allem für die Schüler, dass alle Angaben dort waren, wo sie sein sollten, so Heinisch-Hosek. Man dürfe auch nicht vergessen, dass sich die Rolle der Lehrer bei der schriftlichen Matura von der des Prüfers in Richtung eines "Begleiters" verschiebe und somit auch "eine neue Qualität" erfahre.

Nicht genug "Sensibilität" für Umgang mit heiklen Daten

Der Einbruch im Akademischen Gymnasium in Salzburg in der Nacht auf Donnerstag, im Zuge dessen ein Kuvert mit Latein-Aufgabenheften geöffnet wurde, habe zwar Auswirkungen auf den Ablauf der Prüfung, räumte die Ministerin ein. Jeder wisse allerdings, was nun zu tun sei. Was in so einem Fall geschieht, sei "immer klar gewesen", genau dafür gebe es die elektronischen Notfallpakete.

Dass am Dienstag Angaben zur Deutsch-Matura frühzeitig am Online-Portal der Tageszeitung "Die Presse" veröffentlicht wurden, weist für die Ministerin darauf hin, dass vielleicht noch nicht überall genug "Sensibilität" für den Umgang mit heiklen Daten da sei. Die Aufarbeitung dieser Vorkommnisse im Rahmen einer Sachverhaltsdarstellung liege nun aber bei der Staatsanwaltschaft.

Dass im Zuge des "Riesenprojekts" Zentralmatura auch die Lehrer und Schulen indirekt am Prüfstand stehen, sei mittlerweile kein Problem mehr, erklärte die Schulleiterin des GRG Stubenbastei in Wien-Innere Stadt, Nina Hochleitner. Viele Lehrer seien "stolz auf ihren Unterricht und auch gespannt, wie die zentral abgeprüften Ergebnis ausschauen und ob sich das mit ihrer Sicht deckt".

Feedback von Maturanten "immer entspannt"

Die erste Matura-Woche habe an ihrem Schulstandort "sehr gut funktioniert", auch das Feedback von den Maturanten war "immer entspannt". Die Deutsch-Matura sei als guter Einstieg und die Textwahl als stimmig empfunden worden, so die Direktorin, die zugab, dass der Aufwand für die Schule ob der erstmaligen Durchführung der Zentralmatura höher als in den Jahren zuvor sei.

Auch am GRG Stubenbastei stand heute die Zentralmatura in Französisch an. Österreichweit setzten sich rund 2.200 Schüler mit den zentral vorgegebenen Aufgaben in den vier Kompetenzbereichen Leseverständnis, Hörverständnis, Sprachverwendung im Kontext und Schreiben auseinander. Die Wiener Schüler, die vier Jahre Französisch-Unterricht hatten und die entsprechende Prüfung ablegten, empfanden vor allem die Aufgaben zur Lesekompetenz als verhältnismäßig schwierig. "Dafür war der Teil zur Sprachverwendung im Kontext einfach", erklärte ein Schüler. Die oft als herausfordernd empfundenen Höraufgaben seien "okay" gewesen, so der Tenor.

Beeindruckt ob der Gelassenheit und der "reifen Annäherung" der Schüler an die Reifeprüfung zeigte sich Heinisch-Hosek, die anschließend mit den Schülern für Selfies posierte und Glück für die am Montag anstehende Mathematik-Matura wünschte. Der Ausblick darauf löse jedenfalls am meisten Nervosität bei Lehrern und Maturanten aus, erklärten die Schüler.