Erstellt am 15. November 2014, 16:16

von APA Red

Zettel im Levi-Slalom beste Österreicherin, Maze voran. Nach dem ersten Durchgang des Damen-Weltcupslaloms in Levi führt die Slowenin Tina Maze mit 0,39 bzw. 0,69 Sekunden Vorsprung auf die beiden Schwedinnen Frida Hansdottir und Maria Pietilä Holmner.

Die 31-Jährige feierte 0,34 Sek. vor Frida Hansdotter (SWE) sowie 0,52 vor der Österreicherin Kathrin Zettel ihren 24. Weltcup-Sieg, den vierten im Slalom. Nicole Hosp (9.) und Alexandra Daum (10.) landeten noch vor US-Topfavoritin Mikaela Shiffrin, die nach einem verpatzten ersten Lauf überraschend nur auf Platz elf kam.

Shiffrin stand zum ersten Mal seit 2. Februar in Kranjska Gora (7.) nicht auf dem Slalom-Podest, seitdem hatte sie in ihrer Spezialdisziplin nur noch Siege gefeiert. Eine Topplatzierung hatte die erst Donnerstagabend aus den USA angereiste Disziplinsiegern der vergangenen Saison bereits im ersten Durchgang vergeben. Möglicherweise war der Zweitages-Kurztrip, der voriges Jahr noch funktioniert hatte, nach der hohen Trainingsbelastung heuer zu viel.

"Sie hat nicht so in den Rhythmus gefunden und ist im Steilhang zu verhalten gefahren", meinte Manager Kilian Albrecht, der vor dem Finale auf Schadensbegrenzung hoffte, die sich nur leicht einstellte. "Das war heute kein gutes Skifahren", musste Shiffrin zugeben, sie hatte sich im Steilen überhaupt nicht zurechtgefunden.

"Wusste, ich muss es richtig tuschen lassen"

Und so witterte Maze bereits nach dem ersten Durchgang ihre Chance. "Als ich gesehen habe, dass Mikaela hinten war, habe ich gewusst, jetzt ist es möglich, ganz vorne zu sein." Der mit einem Rentier versüßte Sieg in Levi tröstete die Doppel-Olympiasiegerin von Sotschi über den verpatzten Saisonauftakt in Sölden hinweg, sie reist nun als Dritte im Gesamtweltcup hinter Gletschersiegerin Shiffrin und Zettel zu den Rennen in die USA. Dort steigt mit Ex-aequo-Sölden-Siegerin Anna Fenninger dann auch Österreichs Titelverteidigerin im Gesamtweltcup wieder ein.

Zettel befand ihre Halbzeitposition fünf und den Rückstand für "in Ordnung", sie habe es schon "viel schlimmer erlebt hier heroben". Es sei ein guter Einstand gewesen, müsse aber noch mehr gehen. "Ausbaufähig in allen Bereichen", sagte sie und sprang mit Laufbestzeit im Finale bei leichtem Schneefall noch auf das Podest. "Es war schwierig, ich habe gesehen, dass ich angasen muss. Alle andern sind sehr lässig gefahren. Ich wusste, ich muss es im Steilen richtig tuschen lassen."

Nicole Hosp als Neunte und Alexandra Daum als Zehnte bilanzierten ihren Ausflug ins Lappland nördlich des Polarkreises ebenfalls positiv. "Passt. Leider habe ich Ausfahrt Steilhang einen Hackler gehabt, das war ein bisschen ein Problem", sagte die Tirolerin Hosp. "Ich bin sehr zufrieden mit diesem Start in die neue Saison. Das passt einmal sehr gut, zwei gute Läufe, so kann es weitergehen. Ich habe mich technisch weiterentwicklet, das taugt mir", erzählte Daum.

"Huckepack" von der Piste transportiert

Michaela Kirchgasser landete auf Platz 16., Carmen Thalmann wurde 17., Christina Ager 22. "Zufrieden" mit der Finalqualifikation war die Halbzeitsiebente Bernadette Schild, die den flachen Teil auf dem Lappland-Hügel überhaupt nicht mag. Im zweiten Durchgang schied sie allerdings aus, ebenso wie Rosina Schneeberger, die verletzt von der Piste gebracht wurde. Mit unkonventioneller Methode, wurde sie doch einfach von einem Helfer "Huckepack" abtransportiert.

Von den ÖSV-Damen hatte es einzig Eva-Maria Brem als 47. nicht in den zweiten Durchgang geschafft.


Drei Fragen an Kathrin Zettel:

Frage: Sie haben gehofft, dass Sie Ihre Hüftprobleme mit der Arthroskopie im April in den Griff bekommen haben. Jetzt sind die Schmerzen zurück. Trotzdem stehen Sie heute auf dem Podest. Was bedeutet Ihnen das?

Zettel: "Es war ein wundervolles Rennen, ich habe es sehr genossen. Heute ist ein Belohnungstag. Ich habe in den letzten Tagen wieder ein bisschen zu kämpfen gehabt. Ich war frustriert, weil es vor Sölden wirklich super war. Es ist mit sehr gut gegangen. Und dann hat es doch wieder eine Reaktion auf die Belastung gegeben. Ich habe es noch nicht geschafft, das Problem ganz weg zu bekommen. Es ist halt unglaublich, was man mit einem Willen alles schaffen kann."

In der vergangenen Saison gelang Ihnen mit Rang zwei im Sölden-Riesentorlauf ein einziger Podestrang, im Slalom-Weltcup kamen Sie zum zuvor letzten Mal am 27. Jänner 2013 als Dritte in Maribor auf das Podest. Was bedeutet Ihnen die Rückkehr auf das Stockerl?

Zettel: "Darüber freue ich mich sehr. Ich habe gewagt, davon zu träumen, aber irgendwie war ich noch sehr skeptisch, dass das möglich ist. Es ist wunderschön, dass sich das heute ausgegangen ist. Letztes Jahr habe ich so gekämpft. Ich war nicht so gut. Aber die Olympiamedaille in Sotschi, die hat mir so viel Energie gegeben, weiterzumachen. Ich kann es nicht glauben, dass ich wieder auf dem Podium zurück bin."

Was sind die Ziele für die Saison?

Zettel: "Ich bin sehr motiviert, ich will Rennen gewinnen. Ich möchte in Vail um Medaillen mitfahren. Und ich will Spaß haben. Ich weiß, wenn ich keine Schmerzen habe, habe ich Spaß. Und dann kann ich so schnell sein. Spaß ist eine wichtige Sache. Und jetzt kommt Aspen. Ein spezieller Platz für mich. Ich liebe es immer, in die USA zu kommen, speziell nach Aspen."