Erstellt am 17. Dezember 2015, 18:23

von APA/Red

Zivilverfahren um Tabogas lebenslange Sperre abgeschlossen. Im Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen ist am Donnerstag eine Klage behandelt worden, die der Ex-Fußball-Profi Dominique Taboga gegen die österreichische Bundesliga eingereicht hat.

Streitwert: 50.000 Euro. Taboga - im Oktober 2014 wegen seiner Verwicklung in einen Wettskandal um Spielmanipulationen zu drei Jahren teilbedingt verurteilt - war von der Bundesliga lebenslang gesperrt worden.

Robert Tremel, der Anwalt des 33-Jährigen, hält diese drakonische Strafe für nicht gerechtfertigt. Nach seinem Dafürhalten ist der Bundesliga-Beschluss unwirksam: Taboga war auf Basis der ÖFB-Rechtspflegeordnung vier verschiedener Vergehen schuldig erkannt worden. Für die schwer wiegendsten - Bestechung und Verletzung das Fair-Play-Gedankens - sieht das Regulativ Sperren für maximal 72 bzw. zwölf Pflichtspiele vor.

Für die gelinderen Verstöße - unzulässige Sportwetten und Verletzung der Meldepflicht - sind demgegenüber nur Mindestsperren von zwei Spielen, aber keine Obergrenzen vorgesehen. Dass die Bundesliga auf dieser Grundlage de facto ein lebenslanges Berufsverbot verhängt hat - Taboga, der eine Trainerausbildung vorweisen kann, dürfte selbst auf unterster Ebene in keinem Verein als Nachwuchs- oder Kindertrainer mehr tätig sein -, ist für Tremel rechtlich nicht gedeckt. Die Bundesliga argumentiert dagegen mit der besonderen Schwere der Verfehlungen des Ex-Grödig-Profis, die die getroffene Sanktion rechtfertige.

Nachdem Richterin Sylvia Anker den Standpunkt beider Streitparteien zu Protokoll gegeben hatte, schloss sie das Verfahren wegen Spruchreife. Es handle sich um eine reine Rechtsfrage, ein weiteres Beweisverfahren sei nicht nötig, stellte sie fest. Ihr Urteil ergeht schriftlich und dürfte frühestens in drei Monaten vorliegen. Taboga, der nach dem abrupten Ende seiner Kicker-Karriere eine Ausbildung zum Sportjournalisten absolviert hat, ist beruflich mittlerweile als Büroangestellter beschäftigt.