Erstellt am 12. Februar 2016, 23:25

von APA/Red

Zoe vertritt Österreich in Stockholm. Die französische Popelfe Zoe vertritt Österreich beim 61. Eurovision Song Contest in Stockholm.

Zoe  |  NOEN, APA/Hans Punz

Mit "Loin d'ici"überzeugte die Tochter von Papermoon-Sänger Christof Straub die Zuschauer im Speedvoting. In diese Stichwahl nach der ersten Runde hatte es von den neun Konkurrenten noch die erst 17-jährige Elly V geschafft, die mit ihrer Nummer "I'll be Around" auf zeitgenössische Beats und eine ausgefeilte LED-Choreografie setzte, was von der Fachjury im ersten Wertungsdurchgang noch mit 37 Punkten und damit deutlich höher als die spätere Siegerin bewertet wurde, die 28 Punkte erhielt.

Die vierköpfige Jury, zu der neben ESC-Gewinnerin Conchita Wurst Sängerin Madita, Produzentin Julie Frost und "Kleine Zeitung"-Journalist Christian Ude als Vertreter von acht heimischen ESC-Journalisten gehörten, war allerdings beim 90-minütigen Stechen nicht mehr stimmberechtigt. Hier waren die Zuschauer gefragt, die sich für Zoe und ihre an französische Popsängerinnen wie Alizee oder Vanessa Paradis erinnernde, zuckerlbunte Gute-Laune-Nummer entschieden. "Heute ist Party. Und dann wird ordentlich an allem gefeilt", zeigte sich die Sängerin nach der Show gleich wieder arbeitsbereit.

Buntes Teilnehmerfeld um Österreich-Ticket

Zuvor hatte sich ein buntes Teilnehmerfeld um das Österreich-Ticket für den größten Musikwettbewerb der Welt beworben. Dabei wurden alle zehn Kandidaten mit einem kurzen Interviewzuspieler in die Show eingeführt, die sich als bisher aufwendigste Vorauswahl des ORF präsentierte, setzte man doch bei der Dramaturgie auf zahlreiche Elemente des ESC aus dem Vorjahr - inklusive flächendeckender LED-Wand als Bühnenhintergrund.

Vincent Bueno, der sich im Einführungsinterview als "Liebesmaschine" vorstellte, vertraute mit "All We Need Is That Love" auf aufwendigen Tanz, während die 19-jährige Lizza mit "Psycho" auf weiße Gitarre im Nicole-Stil und überraschend große Stimme setzte. Wahl-Steirer Orry Jackson griff für "Pieces in a Puzzle" auf Bühnenelemente mit LED-Tricks zurück, die bereits Vorjahressieger Mans Zelmerlöw zum Sieg verholfen hatten. Die älteste Vertreterin Lia replizierte samt Schmachtballade und wallendem Kleid auf klassische Song-Contest-Beiträge südeuropäischer Länder.

Gewohnt charmantes Moderatoren-Duo

Das beim Song Contest schon beinahe obligatorische Duo aus Sängerin und begleitender Geigerin stellten Farina Miss mit Jedward-Frisur und Violinistin Celine Roscheck von der Bühnendecke hängend, während Azrah, die über die Wildcard ins Teilnehmerfeld gekommen war, mit "The One" eine Eigenkomposition im bodenständigen Habitus vorstellte. Mit sehr eigenständiger, markanter Stimme versuchte sich Sankil Jones ("One more Sound") Gehör zu verschaffen, was auch für Bella Wagner und ihre antikriegsbewegte Nummer "Put your Weapons down" galt, die in der ersten Abstimmungsrunde auf Platz 3 landete.

Als gewohnt charmantes Moderatoren-Duo waren mit Andi Knoll und Alice Tumler dabei wieder zwei ESC-Veteranen verpflichtet, kommentiert Knoll doch bereits seit 1999 das Event für den ORF aus dem jeweiligen Austragungsland, während Tumler im Vorjahr beim Heim-ESC in der Wiener Stadthalle Teil des Moderatorinnen-Trios war. Und auch bei der musikalischen Einlage setzte man auf einen ESC-Routinier, präsentierte Jurorin Conchita Wurst doch als Vorbereitung für ihre im April startende Tournee "That's what I am" mit kleiner Band.

Beim ESC 2016, der in der Stockholmer Globe Arena ausgetragen wird, heißt es nun also von österreichischer Seite "Loin d'ici", also "Fern von hier". Mit diesem Lied muss Zoe nun am 10. Mai die nächste Hürde überwinden und im 1. Semifinale unter die ersten Zehn kommen, um im großen Finale am 14. Mai starten zu dürfen. Dass Frankreich für das 1. Halbfinale stimmberechtigt ist, dürfte dabei jedenfalls kein Nachteil sein.