Erstellt am 02. April 2014, 08:13

Zumtobel baut bis zu 600 Jobs in Vertrieb und Produktion ab. Der Vorarlberger Leuchtenhersteller Zumtobel hat Mittwochfrüh überraschend einen größeren Mitarbeiteranbau angekündigt.

 |  NOEN, Jens Ellensohn Fotografie
Im Vertrieb werde der Personalstand um rund 150 Personen verringert, in den Werken um bis zu 450. Im Geschäftsjahr 2014/15 sollen die bisherigen Zumtobel- und Thorn-Werke in nur noch einem Fertigungsverbund zusammengeführt werden, heißt es.

Zur Verbesserung der Auslastung sowie zur Kostensenkung seien für die derzeit 18 Werke der Gruppe Projekte definiert worden, die eine "deutliche Verkleinerung, einen Verkauf oder eine Schließung des Standorts zum Ziel haben", schreibt das Unternehmen. Davon seien vier bis sechs Standorte betroffen.

Durch Einsparungen Profitabilität verdoppeln


Durch die Zusammenlegung von Verwaltungsfunktionen, eine Konsolidierung der Infrastruktur wie beispielsweise Schauräume und Büros sowie schlankere Managementstrukturen sollen "signifikante Kosteneinsparungen" erreicht werden. Bis zum Jahr 2016/17 will das Unternehmen die Vertriebs- und Verwaltungskosten im Konzern von derzeit ca. 29 Prozent vom Umsatz um zwei bis drei Prozentpunkte verringern. Die Herstellungskosten sollen von derzeit 61,5 Prozent vom Umsatz um drei bis vier Prozentpunkte gesenkt werden.

Durch diese Maßnahmen soll sich die Profitabilität in den nächsten drei Jahren verdoppeln.

Österreich "kaum betroffen", Verlagerung nach China


Das Zumtobel-Heimatland Österreich soll vom heute, Mittwoch, angekündigten Stellenbau "kaum betroffen" sein. "Wir reden hier von einigen wenigen Anpassungen in der Zentrale in Dornbirn", erklärte Pressesprecherin Astrid Kühn-Ulrich. Zumtobel hat hierzulande 2.411 Mitarbeiter (inkl. Lehrlinge und Leiharbeiter). Weltweit sollen von 7.194 Mitarbeitern bis zu 600 abgebaut werden.

Zumtobel plant im Geschäftsjahr 2014/15 von den 18 Werken vier bis sechs Standorte zu verkleinern, zu verkaufen oder zu schließen - welche das sind, wird noch unter Verschluss gehalten. Der Vorarlberger Leuchtenkonzern will jedenfalls Teile seiner Produktion von Europa in die drei chinesischen Werke Tianjin, Guangzhou und Shenzhen verlagern. Auch soll Arbeit an asiatische Zulieferer ausgelagert werden, heißt es in einer Zumtobel-Präsentation, die der neue Konzernchef Ulrich Schumacher heute Vormittag auf der "Light+Building"-Messe in Frankfurt präsentieren wird.

Die vier verbleibenden Werke in Österreich - je ein Leuchten- und Komponentenwerk in Dornbirn mit gemeinsam 1.900 Mitarbeitern, sowie die LED-Produktion im burgenländischen Jennersdorf mit 130 Mitarbeitern und der Innsbrucker Produktionsstandort mit 100 Beschäftigten - seien gut ausgelastet, betonte Kühn-Ulrich. Die Entscheidung, das Zumtobel-Werk in Fürstenfeld mit 101 Mitarbeitern zu schließen, war bereits vergangenen Juli gefallen. Vom Jobabbau im Vertrieb, wo weltweit 150 Stellen wegfallen sollen, ist auch Österreich betroffen. In Wien und den Bundesländern werde es Zusammenlegungen geben. Generell will Zumtobel die Vertriebsstruktur verschlanken.