Erstellt am 25. Juli 2014, 12:43

von APA Red

Zusätzliche Übung für Motorrad-Spätstarter. 3.159 Motorradunfälle hat es in Österreich im Jahr 2013 gegeben, 2014 droht ein noch schlechteres Jahr, sagte Erich Leiß, Sprecher der KFZ-Sektion im Versicherungsverband, am Freitag in Wien.

Mit mehr Praxis in der Führerscheinausbildung will Verkehrsministerin Doris Bures (S) für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen. Für die Zielgruppe 39+ plant sie ein spezielles Übungspaket.

Gefahr des Unterschätzens bei jahrzehntelanger Erfahrung

Während junge Lenker immer seltener verunglücken, seien die über 39-Jährige zunehmend in schwere und auch tödliche Unfälle verwickelt, so Othmar Thann vom Kuratorium für Verkehrssicherheit. Die meisten von ihnen seien Männer, mehrheitlich haben sie den Motorradführerschein erst nach ihrem 39. Geburtstag erworben.

Obwohl nur ein Prozent der Motorradfahrer zu diesen "Spätstartern" gehöre, seien 23 Prozent der Verunglückten dieser Gruppe zuzuordnen, erklärte er. Wer jahrzehntelang unfallfrei auf vier Rädern unterwegs sei, unterschätze den Unterschied zwischen dem Autofahren und dem Motorradlenken nämlich vielfach. Zudem seien diese Biker oft trotz relativ geringer Fahrpraxis auf schweren Maschinen unterwegs.

Änderungen gehen demnächst in Begutachtung

Mit einer Reform der Führerscheinausbildung will Verkehrsministerin Bures einen Beitrag dazu leisten, dass das Gefühl der Freiheit nicht dramatisch endet. Geht es nach der Ministerin soll ein zusätzliches zweistündiges Modul für die Zielgruppe 39+ verpflichtend werden.

Abgesehen davon haben alle Führerscheinneulinge in Zukunft vier statt bisher zwei Perfektionsfahrten zu absolvieren, die Praxisstunden werden ebenfalls erhöht - von zwölf auf 14. Die Theoriestunden sollen im Gegenzug um von acht auf sechs reduziert werden. Um die Kosten im Rahmen zu halten, sollen außerdem Ausfahrten in Vierergruppen erlaubt werden. Die geplanten Änderungen sollen in der kommenden Woche in Begutachtung geschickt werden und im Frühjahr 2015 in Kraft treten.