Erstellt am 22. März 2015, 12:52

Zwei Schwerverletzte nach Messerstecherei in Salzburg. Eine Messerstecherei zwischen mehreren Personen im Bahnhofsviertel in der Stadt Salzburg hat gestern, Samstag, zwei Schwerverletzte gefordert.

Nachdem die Polizei gestern noch berichtet hatte, dass ein Beteiligter gestorben sei, hieß es am Sonntag, dass dieser überlebt habe und mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Spital gebracht worden sei. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen.

Die Hintergründe und der Tathergang waren auch am Sonntagvormittag noch unklar. Zu schaffen machen den Ermittlern offenbar Aliasnamen involvierter Personen. Personenbezogene Daten der Streitbeteiligten wurden noch nicht veröffentlicht. Der verdächtige Mann, der im Bahnhofsbereich festgenommen wurde, ist laut Polizei ein Asylwerber. Er stamme wie die beiden Verletzten aus dem nordafrikanischen Raum.

Nach der Rauferei wurden Messer sichergestellt. Es müsse aber noch überprüft werden, ob es sich dabei um Tatwaffen handelt, erklärte Polizei-Sprecher Michael Rausch. Zudem wurden auch Kleidungsstücke aufgefunden. Die Auswertung von Spuren und die Zuordnung zu Personen werden laut Polizei noch einige Tage in Anspruch nehmen. "Die Ermittlungen und Einvernahmen laufen derzeit auf Hochtouren", sagte Rausch. Ob etwa Drogen im Spiel waren, war vorerst nicht bekannt.

Zur Tat: Gegen 16.45 Uhr kam es am Samstag vor dem City Center zu einem Streit zwischen mehreren Personen. Ein Zeuge brachte einen Mann, der Stich- und Schnittverletzungen erlitten hatte, zur Polizeiinspektion Bahnhof. Der Verletzte wurde ins Landeskrankenhaus gebracht. Die Polizei leitete daraufhin eine Großfahndung ein, bei der sämtliche verfügbare Streifen im Einsatz waren.

Weitere Zeugen berichteten der Polizei, dass sich einen anderer Mann, der ebenfalls Stich- und Schnittverletzungen hatte, nahe des Hotels Europa befindet. Als Einsatzkräfte eintrafen, zeigte er kein Lebenszeichen mehr. Sofort wurde mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen. "Nach Erstinformation der Einsatzkräfte wurde mitgeteilt, dass diese Person an Ort und Stelle verstorben wäre. Diese Person wurde aber mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Der derzeitige Gesundheitszustand ist nicht bekannt", informierte die Polizei heute am Vormittag.

Eine Sprecherin des Landeskrankenhauses Salzburg sagte gegen Mittag zur APA, dass der Schwerverletzte viel Blut verloren habe und die Ärzte stundenlang um sein Überleben gekämpft hätten. Derzeit liege der Patient auf der Intensivstation der Chirurgie West im künstlichen Tiefschlaf.

Die Polizei richtete am Samstag eine Absperrung ein, da der Tatort zunächst nicht eindeutig feststellbar war. Kurz nach der Einsatzmeldung wurde ein Verdächtiger im Bahnhofsbereich festgenommen. "Es sind noch zahlreiche Befragungen notwendig. Auch steht nicht fest, ob es noch weitere Tatbeteiligte zur Auseinandersetzung vor dem City Center gibt. Mögliche Zeugen werden daher aufgerufen, sich bei der Polizei zu melden", ersuchte Michael Rausch um Hinweise.

Im Bahnhofsviertel kommt es immer wieder zu Ausschreitungen. Erst im Februar hatte ein Großaufgebot der Polizei nach einem Konflikt zwischen Tschetschenen und Afghanen eine Massenschlägerei beim Hauptbahnhof verhindert. Bereits im Vorfeld wurden Dutzende Personen kontrolliert und auch einige Messer sichergestellt. Mit dem gestrigen Vorfall gebe es aber keinen Zusammenhang, sagte Rausch. Im Bahnhofsbereich komme es aufgrund der Menschenansammlungen zu Auseinandersetzungen. Es würden dort verstärkt Kontrollen durchgeführt, es seien laufend Streifen unterwegs, so der Polizei-Sprecher.