Erstellt am 30. August 2014, 12:26

von APA/Red

Zwergen-Diebe in Vorarlberg erwischt. Nach dem hundertfachen Verschwinden von roten Wahlkampf-Zwergen haben sich Anhänger der Vorarlberger SPÖ auf die Lauer gelegt und laut Aussendung der Landespartei in der Nacht auf Samstag in Langen bei Bregenz vier mutmaßliche "Coolmen"-Diebe gestellt.

Einer der Männer soll ein Gemeindevertreter einer ÖVP-nahen Bürgerliste sein.

Der Wahlkampf der Vorarlberger SPÖ dreht sich ganz um die als "Coolmen" bezeichneten Gartenzwerge, die in ganz Vorarlberg aufgestellt und an Laternenmasten aufgehängt wurden. Die Zwerge verschwanden so schnell von ihren Aufstellorten, wie sie dort angebracht worden waren. Die SPÖ vermutete geplante Aktionen der politischen Mitbewerber. Diesen Verdacht sieht SPÖ-Landesgeschäftsführer Reinhold Einwallner nun bestätigt: "Die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger sollen sich selbst ein Bild machen, welche Moral so mancher Parteigänger in Vorarlberg hat."

"Unerwarteter Hype hat uns überrascht"

SPÖ-Anhänger hatten sich in Langen auf die Lauer gelegt, weil dort innerhalb kürzester Zeit Dutzende Zwerge verschwunden waren. "Ein eigenes Team hat vier Männer beobachtet, die sehr organisiert die Zwerge entwendet haben. Zwei Männer schnitten die Zwerge aus einigen Meter Höhe ab und legten sie am Boden ab. Dann kam ein Einsammeltrupp mit Fahrzeug und lud die Zwerge ein", berichtete Einwallner. 15 Zwerge seien entwendet worden. Dann habe man die Behörden verständigt. Die Polizei Bregenz bestätigte den Einsatz und erklärte, dass voraussichtlich eine Anzeige wegen Diebstahls eingebracht werde. Die rechtliche Beurteilung obliege aber der Staatsanwaltschaft. Die SPÖ hatte ja öffentlich kundgetan, dass Interessierte die Zwerge auch mitnehmen dürften.

Bis zur Wahl will die Vorarlberger SPÖ keine "Coolmen" mehr aufhängen, sondern nur noch persönlich verschenken: "Es ist uns zu schade, dass die 'Coolmen' reihenweise in irgendwelchen dunklen Kellern von Parteigängern landen", meinte Einwallner, der den Vorwurf, die Werbeaktion sei nur eine reine Effekthascherei, verneinte: "Der unerwartete Hype hat uns überrascht und die politische Botschaft etwas überlagert. Das soll sich jetzt ändern."

"Fordere SPÖ auf, mit Vorwürfen aufzuhören"

Den Vorwurf, hinter den Diebstählen von Wahlkampf-Zwergen der SPÖ zu stehen, will die Vorarlberger ÖVP nicht auf sich sitzen lassen. Landesgeschäftsführer Dietmar Wetz bekräftigte am Samstag, die Vorwürfe würden nicht wahrer, wenn man sie wiederhole. Die in der Nacht auf Samstag in Langen bei Bregenz ertappten mutmaßlichen Diebe der Zwerge seien allesamt keine Mitglieder oder Funktionäre der Vorarlberger Volkspartei. "Wer auf Gemeindeebene auf einer überparteilichen Bürgerliste kandidiert, ist nicht automatisch Parteimitglied bei uns", nimmt Wetz Stellung.

Wetz will ein Ende der Zwergen-Posse: "Wenn die SPÖ meint, sie muss sich und das Land Vorarlberg unbedingt zum Gelächter der internationalen Presse machen, so ist das ihre Sache. Ich fordere sie aber auf, endlich mit diesen an Verfolgungswahn angrenzenden Vorwürfen gegen die Vorarlberger Volkspartei aufzuhören."

Der Fall um die Wahlkampf-Zwerge und deren massenhaftes Verschwinden hatte das Interesse namhafter Medien im Ausland erregt. So berichtete die BBC ebenso wie die angesehene Washington Post - immerhin Aufdeckerin des Watergate-Skandals - über den skurrilen Politstreit.