Erstellt am 27. April 2016, 05:34

von Elisabeth Kirchmeir

Alko-Unfall: Morgens zu viel Sekt?. Am 24. Dezember fuhr eine Beamtin mit ihrer Tochter in den Straßengraben - die junge Frau erlitt einen Kieferbruch.

 |  NOEN, Erwin Wodicka - wodicka@aon.at
Es war Heiliger Abend 2015 und die Zigaretten waren ausgegangen. Also setzte sich eine Beamtin aus dem Südburgenland vormittags hinter das Steuer ihres Autos und fuhr mit ihrer Tochter los, um rechtzeitig vor den Feiertagen Nachschub zu holen.

Im Schock zwei Stamperl Schnaps getrunken

Ein Zeuge berichtete vorige Woche beim Prozess: „Es war nebelig und glatt, eisig, vor allem an den exponierten Stellen.“ Die Lenkerin kam mit ihrem Fahrzeug aufs Bankett, verriss das Lenkrad und steuerte die Böschung hinab, wo das Auto gegen einen Baum prallte. Ihre Tochter erlitt einen doppelten Kieferbruch.

Anstatt die Polizei zu rufen, ließen sich Mutter und Tochter zu einer Verwandten bringen. Dort habe sie, so die Lenkerin, im Schock zwei Stamperl Schnaps getrunken. Die Polizei wurde von einer unbeteiligten Person verständigt.

Einer der ermittelnden Polizisten nahm bei der Lenkerin, die in weiterer Folge zum Unfall befragt wurde, leichte Anzeichen einer Alkoholisierung war.

Der Alkomattest ergab dann schlussendlich einen Wert von rund 1,4 Promille. Sie habe, so begründete die Frau diesen Wert, in der Früh drei Gläser Sekt getrunken.

Stets „Sprudel“ aus Limonadengläsern ...

„Mit drei Gläsern Sekt geht sich dieser Wert aber nicht aus!“, widersprach der Sachverständige, der zur Alkoholisierung der Frau ein Gutachten erstellt hatte. Auch wenn man den sogenannten „Nachtrunk“, die beiden Stamperl Schnaps, miteinbeziehe, komme man nicht auf eine Alkoholisierung, die zum Unfallzeitpunkt zumindest 1,1 Promille betragen haben müsse.

Plötzlich gab die Frau an, dass sie Sekt stets aus Limonadengläsern trinke. Drei Gläser Sekt seien daher in ihrem Fall 0,75 Liter gewesen.

Sie wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung schuldig gesprochen und zu 2400 Euro Geldstrafe und acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Die Frau nahm das Urteil an.