Erstellt am 17. Juni 2015, 07:16

von Carina Ganster

Wieder kein Bewerber. Auch die zweite Ausschreibung für einen Gynäkologen brachte keinen Erfolg. Aktueller Mediziner geht doch nicht in Pension.

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Seit zwei Jahren versucht die Ärztekammer einen Gynäkologen in den südlichsten Bezirksvorort des Landes zu bringen. Jetzt ist auch die zweite Ausschreibung für die Kassenarztstelle eines Gynäkologen gescheitert.

„Es hat abermals keine einzige Bewerbung gegeben“, erklärt Michael Lang, Präsident der burgenländischen Ärztekammer.

Lang betont brenzlige Lage in Stadt

Wie es jetzt weitergeht, ist zumindest aus Sicht der Ärztekammer ungewiss. „Derzeit gibt es in dieser Causa, mit der sich auch die burgenländische Gebietskrankenkasse befasst, weiter kein Ergebnis. Es gibt verschiedene Szenarien, die jetzt in Betracht gezogen werden“, will Lang den Gesprächen nicht vorgreifen.

Abermals betont er aber die brenzlige Lage. Einen Versorgungsmangel gibt es laut Lang derzeit aber noch nicht. „Wir werden in den kommenden vier Wochen die Gespräche vertiefen und zu einer Entscheidung kommen“, meint Lang.

„Sind bei Angebot bereit zu verhandeln“

Der noch praktizierende Gynäkologe Drago Hüll hat eigentlich seinen Ruhestand angekündigt, sich jetzt laut Bürgermeister Willi Thomas aber doch noch zum Weitermachen entschieden.

„Aufgrund der Tatsache, dass auch die zweite Ausschreibung kein Ergebnis gebracht hat, will er noch einige Monate weitermachen“, zeigt sich Thomas, der noch in dieser Woche Gespräche mit der Gebietskrankenkasse führen möchte, vorsichtig erleichtert.

Auf die Frage, warum die Stadtgemeinde nicht schon wie beim praktischen Arzt finanzielle Unterstützung leisten möchte, meint Thomas: „Wenn es ein Angebot gibt, sind wir bereit zu verhandeln.“

Anderer Meinung ist SPÖ-Stadträtin Karin Hirczy-Hirtenfelder: „Die Gemeinde muss aktiv werden, damit die Stelle nicht gestrichen wird. Wenn sich junge Mediziner in Jennersdorf ein Standbein aufbauen wollen, dann müssen die auch unterstützt werden.“