Erstellt am 10. September 2015, 14:30

von Elisabeth Kirchmeir

Betrug mit Hunden?. In Zuchtbüchern von Rassehunden soll eine Frau falsche Eintragungen vorgenommen haben.

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Wegen Betruges muss sich eine 46-jährige Hundezüchterin aus dem Bezirk Jennersdorf vor Gericht verantworten.

„Es mangelt an Vorsatz, Bereicherung und Schaden“

Sie soll in den Zuchtbüchern von Rüden, die zur Deckung verwendet wurden, falsche Eintragungen vorgenommen haben. Die Frau bekannte sich nicht schuldig. „Es mangelt am Vorsatz, an der Bereicherung und am Schaden“, erläuterte ihr Verteidiger Reinhard Wagner.

Bevor man bei dem von Richterin Birgit Falb geleiteten Prozess tiefer in die Materie eindringen konnte, galt es, Fachbegriffe aus dem Zuchtjargon zu übersetzen.

Dabei erfuhr man, dass unter einer „Körung“ die Wesensüberprüfung eines Hundes verstanden wird. „Dabei werden das Gesamterscheinungsbild, die Zähne und das Fell des Hundes bewertet“, so die angeklagte Züchterin.

Ihr wird vorgeworfen, in den Rasse-Echtheitszertifikaten von zwei Hunden den Namen von Formwertrichtern und Zuchtwarten eingetragen zu haben, obwohl diese Personen die Hunde nie gesehen hatten und die Hunde auch nie bei einer Ausstellung gewesen waren, wo die Körung eigentlich hätte stattfinden sollen.

Staatsanwaltschaft: Urkunden seien verfälscht worden

Fünf Personen, die ihre Hündinnen von den Rassehunden decken ließen, seien aufgrund dieser Angaben in den Zuchtpapieren dazu verleitet worden, einen Deckpreis von je 500 Euro zu bezahlen. Ohne Papiere hätte es sich um eine sogenannte „Schwarzdeckung“ gehandelt, so die Züchterin.

Durch die fingierten Eintragungen seien Urkunden verfälscht worden, wirft die Staatsanwaltschaft der Angeklagten vor. „Es schaute einfach besser aus!“, versuchte die Züchterin zu erklären, warum sie die Falscheintragungen vorgenommen habe.

Die Hundebesitzer, die ihre Rüden bei der Züchterin gekauft hatten, gaben vor Gericht an, mit den Falscheintragungen nichts zu tun zu haben. „Ich habe die Deckung aus Gefälligkeit für die Angeklagte durchführen lassen und nicht, um Geld zu verdienen“, sagte einer der Hundebesitzer.

Anzeige hatte eine Frau erstattet, die ihre Hündin von einem der Rassehunde decken ließ. Sie soll im Februar 2015 bemerkt haben, dass die Eintragungen im Zuchtbuch des Rüden nicht korrekt sind.

Der Prozess wurde zur Einvernahme weiterer Zeugen vertagt. Weiters soll ein Sachverständiger beigezogen werden.