Erstellt am 28. Januar 2016, 09:08

von Alexandra Gollubics-Prath und Carina Ganster

Dunst: „Uhudler wird legal“. SPÖ-Agrarlandesrätin Verena Dunst will die Weinbauverordnung ändern. Die ÖVP sieht darin nur eine „Scheinlösung“.

 |  NOEN, Erwin Wodicka

Die Debatte zur Rettung des südburgenländischen Traditionsweines Uhudler spitzt sich weiter zu. Die ÖVP bevorzugt nach wie vor die Obstweinlösung und sah sich vor Kurzem durch eine an sie überreichte Unterschriftenaktion mit rund 14.700 Unterzeichnern (

) bestätigt. Postwendend folgte die Reaktion von Agrarlandesrätin Verena Dunst.

x  |  NOEN, Roland Schuller
Die SPÖ-Politikerin erteilt der Obstweinlösung aufgrund „massiver rechtlicher und fachlicher Bedenken“ einmal mehr eine Absage und kündigt stattdessen an: „Ich werde in den nächsten Wochen zehn Uhudler-Rebsorten in die burgenländische Weinbauverordnung aufnehmen. Damit ist der Fortbestand des Uhudlers im Einklang mit dem EU-Recht gesichert.“

Für ÖVP-Agrarsprecher Walter Temmel eine „Scheinlösung“ - die hauptsächlich verwendeten Rebsorten seien damit keineswegs gesichert. „Der Vorschlag ist ein weiterer billiger Versuch den Uhudler zu retten, aber keine endgültige Lösung für den südburgenländischen Traditionswein. Denn die derzeit hauptsächlich verwendeten Rebsorten sind damit nicht gesichert“, so Temmel.

Inzwischen befasst sich auch das Landesverwaltungsgericht wieder mit der „Causa Uhudler“. „Im Ergebnis löst die Gesetzesnovelle daher nicht die Problematik, sondern läutet neuerliche Rechtsstreitigkeiten mit den Uhudlerbauern ein, die – gestützt auf diese Novelle – weiterhin Direktträger auspflanzen werden“, heißt es vom Landesverwaltungsgericht. Konkret soll das bedeuten, dass die Obstwein-Lösung vor dem EU-Recht nicht unbedingt halten muss.

Ob die burgenländischen Aktivitäten für einen dauerhaften Erhalt des Kultgetränks Uhudler ausreichen, gelte es noch zu prüfen, heißt es hingegen von den Grünen. „Die Uhudler-Frage muss auch EU-rechtlich geklärt und abgesichert werden. Im Burgenland dringend anzugehen ist jedenfalls der Schutz der Marke Uhudler“, erklärt die Grüne-Nationalrätin Christiane Brunner, die sich in einer Aussendung zu Wort meldet.